Duschen, ohne eine Tür zu öffnen
Morgens um sieben kommt man mit nassen Händen an keinen Türgriff, und die Scheibe muss nicht auf- und zugeschoben werden. Eine Walk-in-Dusche besteht aus einer feststehenden Glaswand, einem ebenen Boden und einem offenen Einstieg an einer Seite. Mehr braucht es nicht, und genau darin liegt ihr Reiz.
Viele Düsseldorfer wünschen sie sich beim Komplettbad, weil sie den Raum optisch nicht teilt. Das Licht aus dem Fenster fällt durch das Glas bis an die Rückwand, und der Boden läuft in einem Stück durch. Gerade in schmalen Bädern der Fünfziger wirkt der Raum danach spürbar länger.
Andere entscheiden sich aus praktischen Gründen dafür. Es gibt keine Schiebetür mit Laufschiene, keine Magnetleiste und kein Scharnier, in dem sich Kalk sammelt. Wer älter wird oder einen Angehörigen pflegt, schätzt den Einstieg ohne Hindernis.
Was eine offene Dusche von einer Kabine unterscheidet
Technisch ist die Walk-in-Dusche eine bodengleiche Dusche mit einer bestimmten Art der Abtrennung. Der Boden hat also Gefälle, einen Ablauf und eine Abdichtung nach DIN 18534. Der Unterschied liegt darin, dass nichts den Duschbereich zum Raum hin schließt.
Das Wasser muss deshalb allein durch Planung drinnen bleiben. Drei Dinge wirken dabei zusammen: die Länge der Glaswand, die Position der Brause und die Richtung des Gefälles. Stimmen sie, bleibt der Boden vor dem Einstieg trocken bis auf ein paar Tropfen.
Wo die Brause hingehört
Die Brause sitzt an der Wand, die dem offenen Einstieg gegenüberliegt, oder an der Rückwand hinter dem Glas. So trifft der Strahl auf Wand und Scheibe, nicht auf den Weg nach draußen. Eine Kopfbrause von oben spritzt dabei weniger zur Seite als eine Handbrause in Hüfthöhe.
Das Gefälle läuft vom Einstieg weg zur Rinne oder zum Ablauf. Liegt die Rinne direkt an der Rückwand, fällt die ganze Fläche in diese Richtung. Wasser, das auf den Boden trifft, wandert dann von selbst nach hinten.
Wie lang das Glas sein muss
Eine feste Formel dafür gibt es nicht, weil jedes Bad andere Wege hat. Als Faustregel gilt: Je länger die Duschfläche im Verhältnis zur Öffnung, desto trockener bleibt es außen. Wir zeichnen die Sprühfläche beim Aufmaß in den Grundriss ein und legen danach Glasbreite und Öffnung fest.
Wo der Platz knapp ist, hilft ein schmales, drehbares Glaselement am Ende der festen Scheibe. Es bleibt beim Duschen offen stehen und lässt sich bei Bedarf in den Raum klappen. Auch eine Abtrennung, die im Winkel zur Wand steht, hält mehr Wasser zurück als eine gerade Scheibe.
Düsseldorfer Bäder und ihre Ecken für die Walk-in-Dusche
Das schmale Bad im Nachkriegshaus in Bilk oder Oberbilk hat oft die Wanne quer an der Stirnseite. Nimmt man sie heraus, bleibt eine Nische in voller Raumbreite. Mit einer Glaswand an der offenen Seite entsteht dort eine Walk-in-Dusche, die den Raum der Wanne ganz nutzt.
Im Gründerzeitbau in Pempelfort oder Unterbilk ist der Raum höher und oft breiter, dafür liegt eine Holzbalkendecke darunter. Die Aufbauhöhe ist hier knapp, und der Ablauf muss im Aufbau über den Balken Platz finden. Ein Wandablauf in der Vorwand oder eine flache Rinne sind dann die üblichen Wege.
Im Einfamilienhaus in Meerbusch, Angermund oder Hilden steht die Wanne der Sechziger und Siebziger häufig unter dem Fenster. Weicht sie einer großen Dusche, bleibt meist genug Fläche für eine Glaswand mit breitem Einstieg. Unter dem Fenster achten wir auf Spritzwasser an der Laibung und auf einen Fensterrahmen, der Feuchte verträgt.
In den Großsiedlungen der Sechziger und Siebziger, etwa in Garath, liegt das Bad oft innen, mit Abluft über einen gemeinsamen Schacht. Eine offene Dusche erzeugt Feuchte im ganzen Raum. Ein Lüfter mit Nachlauf gehört deshalb zu jeder Walk-in-Dusche in einem Bad ohne Fenster.
Was die Walk-in-Dusche kostet
Unsere Zahlen stammen aus Düsseldorfer Bädern der letzten Monate, sie sind Bruttowerte mit Stand September 2026. Wird die Walk-in-Dusche als Teil eines neuen Bads gebaut, rechnen wir sie als Mehrpreis gegenüber einer Duschtasse. Wird nur die Dusche erneuert, gilt der Preis für den Einzelumbau.
| Vorhaben | Preis erfahrungsgemäß | Bauzeit |
|---|---|---|
| Walk-in-Dusche mit Glaswand und Rinne im Komplettbad | Mehrpreis 1.500–4.000 € gegenüber Duschtasse | im Zuge des Komplettbads |
| Bodengleicher Umbau der vorhandenen Dusche, Boden dort geöffnet | 4.500–9.000 € | 3–5 Arbeitstage |
| Tausch der Wanne gegen eine Dusche, Wandfliesen im Duschbereich neu | 5.000–9.500 € | 3–5 Arbeitstage |
| Ganzes Bad neu mit Leitungen, 6 m², Haus von 1949 bis 1978, solide Ausstattung | 15.600–23.300 € | 10–15 Arbeitstage |
| Verlegung großer Platten ab 60 × 120 cm, Material extra | 75–120 € je m² | — |
Den größten Unterschied innerhalb der Spannen macht das Glas. Eine Scheibe bis zur Decke, extra klares Glas oder eine schwarze Profilleiste kosten mehr als eine Standardscheibe mit Chromhalter. Wie viel es in Ihrem Bad wird, steht nach dem Aufmaß fest, als Festpreis mit Posten für jedes Gewerk.
Vom Abbruch bis zur Scheibe
Wird nur die Dusche erneuert, geht es in drei bis fünf Arbeitstagen. Zuerst schützen wir Treppenhaus und Flur und nehmen Wanne oder Duschtasse samt Fliesen heraus. Unsere Installateure setzen dann Ablauf und Leitungen neu und verlegen den Anschluss mit Gefälle zum Fallrohr.
Danach entsteht der Duschboden, als Estrich mit Gefälle oder als fertiges Element. Es folgt die Abdichtung mit Bändern und Manschetten, und zwar bevor die erste Fliese liegt. Nach dem Fliesen nehmen wir die Maße für das Glas am fertigen Belag.
Das Glas wird erst dann nach Maß gefertigt, damit Wand und Boden genau stimmen. Zwischen Fliesen und Montage der Scheibe liegen deshalb oft einige Tage, in denen die Dusche schon benutzbar ist. Die Abnahme machen wir gemeinsam und halten sie im Protokoll fest.
Im Komplettbad fügt sich die Walk-in-Dusche in den Ablauf von 10 bis 15 Arbeitstagen ein. Strom für Licht in der Nische oder einen Lüfter verlegt der Elektrofachbetrieb, mit dem wir fest zusammenarbeiten. Ihr Ansprechpartner bleibt derselbe, vom Abbruch bis zur Übergabe.
Glas, Kalk und die Stellen, die man leicht übersieht
Hartes Wasser ist in Düsseldorf die Regel: Die Stadtwerke geben rund 14 °dH an. Auf einer großen Glasfläche sieht man das nach wenigen Tagen. Eine werkseitige Beschichtung lässt Tropfen schneller ablaufen, und ein Abzieher an einem Haken in der Dusche erledigt den Rest in einer halben Minute.
Die Befestigung der Scheibe braucht festen Halt. Ein Wandprofil oder Punkthalter werden in Mauerwerk oder in eine verstärkte Vorwand geschraubt, nicht nur in eine Gipsplatte. Bei einer Stabilisierungsstange zur Decke oder zur Wand prüfen wir vorher, wo Leitungen liegen.
Große Fliesen oder Platten im Duschbereich sehen ruhig aus und haben wenige Fugen. Auf dem Boden brauchen sie eine rutschhemmende Oberfläche, weil nass immer nass ist. Welche Formate im Duschboden gut funktionieren, erklärt die Seite zu Badfliesen.
Ein Punkt kommt oft erst beim Duschen zur Sprache: die Wärme. Ohne Tür zieht Raumluft herein, und in einem Bad mit kaltem Boden fröstelt man schneller. Eine Fußbodenheizung im Bad unter den Fliesen löst das, elektrisch für rund 5 m² erfahrungsgemäß für 900 bis 2.000 €.
Norm und Mietvertrag bei der offenen Dusche
Die Abdichtung des Duschbodens richtet sich nach DIN 18534, Ausgabe 2025-10. Für den offenen Duschboden ist nach Fachliteratur meist W2-I anzusetzen, für die Wände hinter dem Glas im Privatbad eher W1-I. Bei einer offenen Dusche ziehen wir die Abdichtung am Boden über den Duschbereich hinaus, weil dort Spritzwasser ankommt.
Soll die Dusche barrierefrei nutzbar sein, orientieren wir uns an DIN 18040-2. Laut Fachliteratur sieht sie einen niveaugleichen Duschplatz mit höchstens 2 cm Absenkung vor. Für private Bäder ist das ein Planungsmaß, keine Pflicht.
Wer zur Miete wohnt, holt vor dem Öffnen des Bodens das Einverständnis des Vermieters ein. In der Eigentumswohnung kann der Estrich Gemeinschaftseigentum sein; wird er geöffnet, braucht es in der Regel einen Beschluss nach § 20 WEG.
Wofür Sie einen anderen Betrieb brauchen
Unsere Stärke ist die geplante Baustelle mit festem Ablauf. Bei den folgenden Anliegen kommen Sie woanders schneller ans Ziel:
- Nach einem Wasserschaden in der Wohnung darunter: Leckortung und Trocknung laufen über die Versicherung und einen darauf spezialisierten Betrieb.
- Nur eine neue Glastür für die vorhandene Kabine: Ein Glaser oder Duschkabinenhändler liefert und montiert sie ohne Bauleistung.
- Ein Strangwechsel für das ganze Mehrfamilienhaus: Die Strangsanierung beauftragt die Hausverwaltung als eigenes Projekt.
Wo wir Walk-in-Duschen bauen
Wir bauen in ganz Düsseldorf und im Umland. Einige Orte mit typischen Ausgangslagen:
- Angermund: Einfamilienhäuser, in denen die Wanne unter dem Fenster einer großen Dusche Platz macht.
- Pempelfort: hohe Altbauräume mit Holzbalkendecke und knapper Aufbauhöhe.
- Unterbilk: Wohnungen, in denen Glas, Großformat und Rinne zusammen geplant werden.
- Bilk: schmale Bäder, in denen die Nische der Wanne zum Duschplatz wird.
- Niederkassel: Ein- und Zweifamilienhäuser mit Bad am Schlafzimmer.
- Hilden: Bäder, in denen nur die Wanne einer Dusche weicht und der Rest bleibt.
Wo Sie tiefer einsteigen können
- Dusche statt Badewanne: der Tausch in drei bis fünf Tagen, mit Ablauf in Tagen.
- Maße der bodengleichen Dusche: Aufbauhöhen je Ablaufart und die Strecke zum Fallrohr.
- Kalk im Bad: was hartes Wasser an Glas und Armatur anrichtet und was hilft.
- Badewanne oder Dusche: wann beides in ein Bad passt.
Gemeinsam messen, dann entscheiden
Wie breit die Öffnung sein darf und wo die Brause hingehört, lässt sich am besten in Ihrem Bad klären. Beim kostenlosen Termin nehmen wir die Maße, sehen uns Boden und Fallrohr an und besprechen das Glas. Unter 0231 989 43890 sprechen Sie werktags zwischen 8 und 18 Uhr direkt mit uns, alternativ genügt das Anfrageformular auf dieser Seite.
