Ein Schritt weniger, jeden Morgen
Die alte Duschtasse steht auf einem gefliesten Podest, der Einstieg liegt eine Handbreit über dem Boden, und der Duschvorhang klebt am Bein. So sieht es in vielen Düsseldorfer Bädern aus, die in den Siebzigern oder Achtzigern zuletzt angefasst wurden. Eine bodengleiche Dusche löst das Problem an der Wurzel: Der Boden läuft ohne Kante bis unter die Brause.
Gefragt wird sie aus ganz verschiedenen Gründen. Die einen wollen ein Bad, das größer wirkt, weil keine Wanne und kein Podest den Raum teilt. Andere denken an später und möchten nicht mit siebzig über einen Rand steigen. Und manche haben schlicht genug davon, eine Silikonfuge rund um die Tasse alle zwei Jahre zu erneuern.
Für alle drei Fälle gilt dieselbe Technik. Das Wasser muss im Boden ablaufen, also braucht der Boden ein Gefälle, einen Ablauf und eine Abdichtung, die dauerhaft hält. Wie viel Höhe dafür nötig ist und wo sie herkommt, entscheidet über den ganzen Umbau.
Was im Boden passiert, wenn die Kante verschwindet
Wir öffnen den Boden im Duschbereich bis auf den Estrich oder bis auf die Rohdecke, je nachdem, was darunter liegt. Dann setzen unsere Installateure den Ablaufkörper und verlegen die Leitung mit Gefälle bis zum Anschluss. Darüber kommt ein Gefälleestrich oder ein fertiges Duschelement, das die Neigung schon mitbringt.
Die Abdichtung wird direkt unter den Fliesen aufgetragen, als sogenannte Verbundabdichtung. An den Ecken, am Ablauf und an jeder Rohrdurchführung sitzen Dichtbänder und Manschetten. Genau an diesen Übergängen entscheidet sich, ob in zehn Jahren noch alles trocken ist.
Zuletzt kommen Fliesen, Glas und Armaturen. Den Strom für eine beleuchtete Nische oder einen stärkeren Lüfter verlegt der Elektrofachbetrieb, mit dem wir fest zusammenarbeiten. Für Sie bleibt es ein Vertrag, ein Terminplan und eine Person, die Sie anrufen.
Rinne, Punktablauf oder Wandablauf
Die Duschrinne sitzt meist an der Wand oder vor der Glasscheibe. Der Boden fällt dann nur in eine Richtung, und große Fliesen lassen sich ohne Schnitte über die ganze Fläche legen. Bei Düsseldorfer Kalk hat sie noch einen praktischen Vorteil: weniger Fugen, an denen sich Belag festsetzt.
Der Punktablauf liegt in der Mitte oder in einer Ecke, und der Boden fällt von allen Seiten darauf zu. Er passt gut zu kleineren Formaten und kommt in der flachen Ausführung mit ebenso wenig Höhe aus wie die flache Rinne. Der Wandablauf schließlich sitzt in der Vorwand hinter der Dusche. Unter dem Fliesenboden verschwindet dann fast nichts, und genau deshalb spielt er seine Stärke im Altbau aus.
Die Maße, auf die es ankommt
Zwei Begriffe werden oft verwechselt. Die Einbauhöhe meint nur den Ablaufkörper selbst. Die Aufbauhöhe reicht von der Rohdecke bis zur Oberkante der fertigen Fliese, und sie ist die Zahl, die in Ihrem Bad tatsächlich vorhanden sein muss.
| Ablaufart | Einbauhöhe Ablaufkörper | Aufbau von der Rohdecke bis zur fertigen Fliese |
|---|---|---|
| Punktablauf, Standard | 90–110 mm | 120–150 mm |
| Punktablauf, flach | 65–90 mm | 95–120 mm |
| Duschrinne, Standard | 90–120 mm | 120–150 mm |
| Duschrinne, flach | 65–90 mm | 95–120 mm |
| Wandablauf in der Vorwand | rund 70 mm in der Vorwand | 70–100 mm |
| Aufgesetzte extraflache Duschfläche | kein Bodenaufbau | 25–35 mm Einstieg |
Dazu kommt die Strecke bis zum Fallrohr. Das Abwasserrohr fällt 1 bis 2 cm je Meter, und drei Meter Weg bedeuten bis zu 6 cm zusätzliche Höhe. Beim Aufmaß messen wir deshalb den Boden und verfolgen den Strang durchs Haus. Alle Maße im Detail finden Sie auf der Seite bodengleiche Dusche: Maße und Einbautiefe.
Holzbalken, Beton und das Haus dazwischen
Unter einem Bad in Oberkassel oder Pempelfort liegt meist eine Holzbalkendecke aus der Zeit um 1900. Darüber sitzen Dielen, eine Schüttung und oft ein später aufgebrachter Estrich. In die Balken wird nicht gesägt, also muss der Ablauf in dem Raum Platz finden, den der Aufbau über der Decke hergibt. Häufig ist das der Wandablauf, manchmal eine flache Rinne mit leicht angehobenem Boden im ganzen Bad.
Auf Holz kommt noch etwas hinzu. Die Decke bewegt sich minimal, und Fliesen und Abdichtung müssen diese Bewegung mitmachen. Wir planen deshalb einen tragfähigen, entkoppelten Aufbau und achten auf den Schallschutz zur Wohnung darunter. Wie wir das im Gründerzeitbau angehen, zeigt die Seite zur Badsanierung in Oberkassel.
In den Häusern der Fünfziger und Sechziger liegt eine Massivdecke unter dem Bad. Das klingt einfacher, ist es aber nur zum Teil: In eine tragende Betondecke wird ohne Statiker nicht geschlitzt. Der Ablauf muss also im Estrich unterkommen, und der ist bei Bauten dieser Zeit oft dünn. Flache Rinnen oder ein Duschboden mit eingearbeitetem Gefälle sind hier das Mittel der Wahl.
Im Einfamilien- und Reihenhaus sieht die Lage oft entspannter aus. Das Bad liegt im Obergeschoss, darunter ist die eigene Wohnung, und das Fallrohr steht nicht weit weg. Wo die Wanne unter dem Fenster steht, wird ihr Platz nicht selten zur Dusche in voller Raumbreite.
Was eine bodengleiche Dusche kostet
Alle Beträge sind Bruttowerte aus unseren Baustellen in Düsseldorf und Umgebung, Stand September 2026, gerechnet mit solider Ausstattung. Verbindlich wird es erst mit dem Festpreis, den Sie nach dem Aufmaß bekommen, aufgeschlüsselt nach Gewerken.
| Vorhaben | Preis erfahrungsgemäß | Bauzeit |
|---|---|---|
| Ebenerdige Dusche im vorhandenen Bad, nur der Duschbereich wird geöffnet | 4.500–9.000 € | 3–5 Arbeitstage |
| Wanne raus, flache oder bodengleiche Dusche rein, Duschwand neu gefliest | 5.000–9.500 € | 3–5 Arbeitstage |
| Offene Dusche mit Glaswand und Rinne als Teil eines neuen Bads | 1.500–4.000 € mehr als mit Duschtasse | innerhalb der Bauzeit des Bads |
| Heizmatte elektrisch unter den Fliesen, etwa 5 m² | 900–2.000 € | läuft mit dem Fliesen mit |
Nach oben ziehen vor allem drei Dinge: ein langer Weg zum Fallrohr, großformatige Fliesen mit vielen Zuschnitten und eine Glaswand nach Maß. Bleibt es bei der Rinne an der Wand und Standardglas, landen die meisten Aufträge im unteren Drittel. Wenn ohnehin das ganze Bad neu wird, ist die Dusche Teil des Komplettpreises; die Staffel dazu steht im Kostenrechner für die Badsanierung.
Drei bis fünf Tage, Schritt für Schritt
Am ersten Tag schützen wir Treppenhaus und Flur, stellen das Wasser am Strang nach Absprache ab und brechen die alte Dusche oder Wanne heraus. Fliesen und Schutt gehen in Säcken aus dem Haus, die Wand im Duschbereich wird freigelegt.
Am zweiten Tag setzen unsere Installateure Ablauf und Leitungen. Danach wird das Gefälle eingebaut, entweder als Estrich oder als fertiges Element. Muss ein Estrich trocknen, dauert das je nach Dicke und Belüftung mehrere Tage; eilt es, planen wir einen Schnellestrich.
Am dritten Tag kommt die Abdichtung mit allen Bändern und Manschetten. Wir fotografieren sie, bevor sie unter den Fliesen verschwindet. Danach wird gefliest, meist über ein bis zwei Tage.
Zum Schluss montieren wir Armatur, Brause und Glaswand, ziehen die Silikonfugen und reinigen. Die Abnahme machen wir gemeinsam mit Ihnen und halten sie in einem Protokoll fest.
Stellen, an denen es später teuer wird
Der häufigste Fehler liegt nicht im Bad, sondern daneben. Wer die Höhe des Flurbodens nicht mitmisst, steht am Ende vor einer Schwelle an der Badtür. Wir nehmen deshalb beim Aufmaß die Höhen aller angrenzenden Böden auf.
Der zweite Punkt ist das Gefälle selbst. Zu flach, und das Wasser steht in der Ecke; zu steil, und man spürt die Neigung beim Duschen. Wir legen das Gefälle so, dass die Fläche außerhalb der Dusche eben bleibt.
Der dritte Punkt betrifft ältere Häuser. Bei Baujahren vor 1993 kann in Fliesenkleber oder Spachtel Asbest stecken. Sie müssen uns vorab mitteilen, was Sie über Schadstoffe wissen, und das Baujahr nennen; das gilt nach § 5a GefStoffV auch für Privathaushalte. Wie wir damit umgehen, steht auf der Seite Asbest im Bad.
Und schließlich die Glaswand. Bei rund 14 °dH im Düsseldorfer Leitungswasser zahlt sich eine werkseitige Beschichtung aus, weil Tropfen schneller ablaufen. Ein Abzieher an der Wand erledigt den Rest.
Norm, Eigentum und Mietvertrag
Die Abdichtung richtet sich nach DIN 18534, die seit Oktober 2025 in neuer Ausgabe vorliegt. Die Norm teilt Flächen nach der Wassermenge ein, die auf sie trifft. Für den gefliesten Boden ohne Kante nennt die Fachliteratur in der Regel W2-I, für die Wände rund um die Brause im Privatbad W1-I. Die Einstufung legen wir in der Planung fest; Einzelheiten stehen unter Abdichtung im Bad.
In der Eigentumswohnung kann der Estrich zum Gemeinschaftseigentum gehören. Wird er für den Ablauf geöffnet, braucht es in der Regel einen Beschluss der Eigentümerversammlung nach § 20 WEG. Als Mieter benötigen Sie die Erlaubnis des Vermieters, bevor wir den Boden öffnen.
Der Einbau selbst ist in der Regel verfahrensfrei, weil Wasser- und Abwasseranlagen im Gebäude nach § 62 BauO NRW keine Baugenehmigung brauchen. Das gilt nicht, sobald tragende Bauteile, der Brandschutz oder ein Baudenkmal berührt sind. Wer die Dusche barrierefrei planen will, findet die Maße nach DIN 18040-2 auf der Seite zum barrierefreien Bad.
Wofür Sie einen anderen Betrieb brauchen
Wir bauen Duschen und Bäder in fest geplanten Blöcken. Einige Aufträge gehören deshalb zu Betrieben, die genau darauf eingestellt sind:
- Die Dusche ist schon undicht und das Wasser läuft in die Decke. Hier braucht es zuerst Leckortung und Trocknung, abgewickelt als Versicherungsfall.
- Der Abfluss ist am Samstagabend verstopft. Das ist ein Fall für den Notdienst eines Installateurs mit Bereitschaft.
- Im Kleber wurde Asbest gefunden. Die Sanierung mit Freimessung übernimmt ein Fachbetrieb nach TRGS 519 als eigener Auftrag, danach bauen wir die Dusche.
- Nur die Silikonfuge ist schwarz. Eine einzelne Fuge erneuert ein Betrieb für Kleinaufträge schneller und günstiger.
Wo wir bodengleiche Duschen bauen
Gebaut wird in jedem Düsseldorfer Stadtteil und in den Städten ringsum. Einige Orte, an denen die Dusche jeweils eine eigene Frage aufwirft:
- Oberkassel: Gründerzeithäuser mit Holzbalkendecke, bei denen jeder Zentimeter Aufbau zählt.
- Unterbilk: Altbauwohnungen, in denen große Formate und Rinne gewünscht sind.
- Bilk: kleine Wohnungen, in denen die Dusche den Platz der Wanne übernimmt.
- Eller: die Wannennische der Fünfziger bis Siebziger als künftiger Duschplatz.
- Angermund: Einfamilienhäuser, in denen die Wanne einer großen Dusche weicht.
- Ratingen: Betondecken der späten Sechziger mit wenig Estrichhöhe.
- Meerbusch: Bäder im Obergeschoss mit kurzem Weg zum Fallrohr.
Wo Sie tiefer einsteigen können
- Dusche statt Badewanne: wenn die alte Wanne der Platz für die neue Dusche ist.
- Walk-in-Dusche: die offene Variante mit feststehender Glaswand.
- Kalk und Wasserhärte: was 14 °dH für Glas, Armatur und Fugen bedeuten.
- Badsanierung im Altbau: was Balkenlage und Treppenhausfallrohr für den Duschboden bedeuten.
- Badfliesen: Formate und Rutschhemmung für den Duschboden.
Ihr Termin zum Aufmaß
Ob Ihr Bad eine Rinne, einen Punktablauf oder einen Wandablauf verträgt, sehen wir beim kostenlosen Termin vor Ort. Wir messen Boden, Decke und den Weg zum Fallrohr, das dauert etwa eine Stunde. Im Anschluss steht Ihr Preis fest, Gewerk für Gewerk. Am Telefon sind wir montags bis freitags von 8 bis 18 Uhr unter 0231 989 43890 zu erreichen, schriftlich über das Formular unten auf der Seite.
