Wie Bäder in Wersten meistens entstanden sind
Die Treppe in den Keller ist steil, unten riecht es nach Waschmittel, und neben dem Heizungsraum steht eine Wanne auf Füßen. In vielen Werstener Siedlungshäusern war das lange das Bad der Familie. Andere Häuser bekamen ihr Bad erst später, in einer früheren Speisekammer oder in einem kleinen Anbau an der Rückseite. Gebaut wurde es selten nach Plan, sondern dort, wo gerade Platz war.
Wer heute in Wersten ein Bad sanieren lässt, fragt deshalb oft zuerst nach dem Ort und dann nach den Fliesen. Soll das Bad bleiben, wo es ist, oder gehört es ein Stockwerk höher? Wir planen beides und bauen es mit einem Vertrag, einem Terminplan und einer Person, die Ihre Fragen beantwortet.
Vier Häuser, vier Ausgangslagen
Das Haus in der Grünen Siedlung
Zwischen 1919 und 1927 entstanden hier 357 Häuser mit 573 Wohnungen. Die Grundrisse sind klein, das Mauerwerk einfach, und das Bad liegt häufig im Erdgeschoss an der Außenwand. Typisch sind leichte Holzdecken und Leitungen, die mehrfach umgelegt wurden.
Spiegelglas- und Hermannstadt-Siedlung
Die Spiegelglassiedlung wuchs ab 1922, die Häuser an der Halbuschstraße ab 1935. Hier trifft man das Bad im Keller oder in einem späteren Anbau. Auch ein trockener Keller bleibt im Winter kühl, und die Fliesen fühlen sich entsprechend an. Eine Heizfläche am Boden oder ein größerer Badheizkörper ändern daran mehr als neue Fliesen allein.
Hochhaus und Reihenhaus nach 1960
Wo früher die Stahlhaussiedlung stand, stehen seit den Jahren 1967 bis 1972 Hochhäuser. Dazu kommen die KAB-Siedlung um 1961 und Wersten West aus den 1980ern. Dort liegen Betondecken, die Bäder sind oft innenliegend und alle gleich geschnitten.
Altbau an der Kölner Landstraße
An der Kölner Landstraße säumen Blockrandhäuser und einige Jugendstilfassaden die Straße. Hier gelten die Regeln des Altbaus: hohe Räume, Holzbalkendecke, Fallrohr meist am Treppenhaus.
Vom Reihendorf zur Siedlungslandschaft
Wersten war bis ins späte 19. Jahrhundert ein Dorf, dessen Häuser sich an der Südlichen Düssel aufreihten. Ab den 1920er Jahren kamen planmäßige Siedlungen dazu, gebaut für Arbeiterfamilien und mit wenig Geld. Sparsam war vor allem das, was man nicht sieht: dünne Außenwände, leichte Decken, schlichte Installation.
Nach 1960 folgte ein zweiter Schub mit Hochhäusern, Reihenhäusern und Nachverdichtung, der bis in die 2000er reichte. Das Ergebnis ist ein Stadtteil mit vielen kleinen Häusern: Von 3.846 Wohngebäuden waren 2.325 Ein- und Zweifamilienhäuser. Für uns heißt das, dass wir in Wersten öfter mit Eigentümern im eigenen Haus planen als mit Hausverwaltungen.
Was Siedlungshäuser technisch mitbringen
Leichte Decken und ihre Tragreserve
Die Holzdecken der Siedlungshäuser sind oft schlanker gebaut als im Gründerzeitaltbau. Ein schwerer Mörtelestrich mit Fliesen bringt dort viel Gewicht auf wenig Holz. Wir öffnen deshalb an einer Stelle, prüfen Balkenquerschnitt und Abstand und wählen dann einen leichten Trockenaufbau oder Platten, auf denen die Abdichtung sicher liegt.
Der Weg des Abwassers
Im Siedlungshaus gibt es meist nur ein Fallrohr, manchmal an einer ungünstigen Stelle. Jedes Objekt braucht Gefälle dorthin, und das Rohr fällt je Meter um 1 bis 2 cm. Drei Meter Abstand zum Fallrohr bedeuten also bis zu 6 cm zusätzliche Höhe im Boden. Beim Verlegen eines Bades ist das die erste Rechnung, die wir aufmachen.
Kalte Außenwand, feuchte Luft
Die Außenwände dieser Baujahre sind dünn. Warme Luft aus der Dusche kühlt daran ab und schlägt sich als Wasser nieder, besonders in Ecken und hinter Schränken. Eine Innendämmung mit feuchtefesten Platten verlegt diese kalte Fläche nach außen. Zusammen mit einem Lüfter, der nach dem Duschen weiterläuft, bleibt die Wand trocken.
Hartes Wasser aus dem Hahn
Das Düsseldorfer Leitungswasser liegt nach Angaben der Stadtwerke bei etwa 14 °dH, Härtebereich „hart". An Glaswänden bleiben deshalb schnell Ränder. Eine beschichtete Scheibe und großformatige Fliesen mit wenigen Fugen sparen im Alltag Putzzeit.
Das Bad im Siedlungshaus neu denken
Hier liegt in Wersten der eigentliche Unterschied zu anderen Stadtteilen. Das Bad eines Siedlungshauses ist oft alt und liegt obendrein dort, wo es heute im Alltag stört. Bevor Fliesen ausgesucht werden, lohnt die Frage, wo es künftig stehen soll.
Ein Beispiel, wie es häufig aussieht: Das Ehepaar wohnt seit der Hochzeit im Haus, die Kinder sind ausgezogen, und die Treppe in den Keller wird jeden Morgen mühsamer. Oben gibt es ein kleines WC und ein Zimmer, das niemand mehr braucht. Aus diesen beiden Räumen lässt sich oft ein Bad mit flacher Dusche machen, das auf derselben Ebene liegt wie das Schlafzimmer.
Vom Keller nach oben
Ein Kellerbad ist für junge Familien praktisch, für ältere Bewohner eine Treppe zu viel. Wird im Erdgeschoss ein kleiner Raum frei, etwa die frühere Küche oder eine Kammer, kann dort ein neues Bad entstehen. Entscheidend sind drei Dinge: der Abstand zum Fallrohr, die Tragfähigkeit der Decke darunter und eine Wand, an der Vorwand und Leitungen Platz haben. Das alte Kellerbad kann danach als Waschraum weiterleben.
Wenn das Bad unten bleibt
Manchmal soll das Bad im Keller bleiben, nur eben neu. Liegt der Abfluss tiefer als der Anschluss an den Kanal, pumpt eine Hebeanlage das Abwasser nach oben. Wir planen sie direkt in die Vorwand oder unter die Dusche, damit man sie kaum sieht. Wichtig ist ein Kellerraum, der trocken ist, bevor der neue Belag kommt.
Eine Hebeanlage braucht Strom, eine Wartung in festen Abständen und eine Lüftung über Dach oder eine Belüftung am Gerät. Für ein Handwaschbecken allein genügt oft eine kleine Pumpe, für WC und Dusche wählen wir ein Gerät, das auch Fäkalien sicher weiterpumpt. Welche Größe passt, ergibt sich aus der Zahl der Objekte und der Höhe bis zum Kanalanschluss.
Das Bad im Anbau
Viele Siedlungshäuser haben an der Rückseite einen Anbau aus den Fünfziger- oder Sechzigerjahren. Er ist meist einschalig, mit flachem Dach und kalter Bodenplatte. Wenn wir ein Bad darin erneuern, beginnt die Arbeit mit Dämmung von Boden und Außenwand. Eine elektrische Fußbodenheizung unter den Fliesen macht den Raum auch im Januar angenehm.
Die Aufträge, die in Wersten überwiegen
Am häufigsten bauen wir in Wersten das Komplettbad im eigenen Haus, oft mit neuer Aufteilung. An zweiter Stelle steht der Tausch der Wanne gegen eine flache Dusche, meist weil die Eltern im Haus alt werden. In den Hochhäusern und in Wersten West kommen Renovierungen dazu, bei denen die Leitungen bleiben und Oberflächen und Objekte neu werden. Auch ein kleines Gäste-WC im Erdgeschoss steht öfter auf der Liste.
In den Häusern an der Kölner Landstraße geht es dagegen um klassische Altbaufragen. Dort entscheidet die Höhe über der Balkenlage, ob eine Dusche ohne Stufe möglich ist. Wer in einer Eigentumswohnung wohnt, klärt vorher mit der Gemeinschaft, ob Estrich oder Steigleitung berührt werden.
Kosten für ein Bad in Wersten
Alle Zahlen sind Erfahrungswerte für Düsseldorf und Umgebung, brutto, Stand September 2026. Der feste Preis für Ihr Haus entsteht erst nach dem Termin vor Ort.
| Vorhaben | Erfahrungswert | Bauzeit |
|---|---|---|
| Komplettbad 4 m², solide, Baujahr 1949–1978 | 13.400–19.700 € | 10–15 Arbeitstage |
| Komplettbad 6 m², solide, Baujahr 1949–1978 | 15.600–23.300 € | 10–15 Arbeitstage |
| Badrenovierung 5 m², solide, Baujahr ab 1979 | 10.800–16.100 € | 6–10 Arbeitstage |
| Dusche statt Badewanne | 5.000–9.500 € | 3–5 Arbeitstage |
| Gäste-WC komplett, 1,5–3 m² | 6.500–12.000 € | 5–8 Arbeitstage |
Wird das Bad an eine neue Stelle verlegt, rechnen wir nach Aufmaß, weil Abwasserwege und Wände den Preis bestimmen. Wie sich die Spannen zusammensetzen, erklärt die Seite zu den Kosten einer Badsanierung.
Baustelle im Einfamilienhaus
Im eigenen Haus gibt es kein Treppenhaus, das wir mit Nachbarn teilen. Dafür geht der Weg oft durch Flur und Wohnzimmer. Wir legen Schutzvlies aus, decken Möbel ab und ziehen eine Staubwand vor den Raum, in dem gearbeitet wird. Der Schutt verlässt das Haus jeden Tag, entweder in Säcken oder in einem Container.
Steht der Container in der Einfahrt, ist er Privatsache. Muss er auf die Straße, braucht er in Düsseldorf eine Sondernutzungserlaubnis, die mindestens 95 € kostet. Für ein Halteverbot fallen 35 € bei 14 Tagen Vorlauf an. Beides beantragen wir. In den Hochhäusern stimmen wir den Aufzug und das Abstellen des Wassers am Strang mit der Hausverwaltung ab.
Vom Anruf bis zur Abnahme
Am Anfang steht ein Termin in Ihrem Haus, rund eine Stunde lang. Wir messen, prüfen Decke, Fallrohr und Leitungen und hören zu, wie Sie das Bad nutzen. Aus Aufmaß und Auswahl der Objekte entsteht ein Festpreis, in dem jedes Gewerk einzeln steht. Nach der Zusage vergehen meist 4 bis 8 Wochen bis zum ersten Bautag.
Dann geht es in dieser Folge: Schutz, Abbruch, Rohinstallation und Vorwand durch unsere Installateure, Estrich und Abdichtung nach DIN 18534, Fliesen, Elektro durch den Elektrofachbetrieb, mit dem wir fest zusammenarbeiten, schließlich die Montage der Objekte. Ein Komplettbad an gleicher Stelle braucht in der Regel 10 bis 15 Arbeitstage. Wandert das Bad, sind es eher 15 bis 20. Zum Schluss nehmen wir das Bad gemeinsam ab und schreiben ein Protokoll.
Wofür Sie einen anderen Betrieb brauchen
Unser Takt ist die geplante Baustelle über mehrere Tage. Einen verstopften Abfluss am Sonntag oder ein geplatztes Rohr löst ein Installateur mit Bereitschaftsdienst schneller. Nach einem Wasserschaden im Keller sind Leckortung und Trocknung eine Sache für Spezialisten und oft für die Versicherung. Einen neuen Anbau als Rohbau plant ein Architekt mit einem Baubetrieb, das Bad darin bauen wir danach.
Rund um Wersten unterwegs
Unsere Installateure fahren durch ganz Wersten: in die Grüne Siedlung, an die Halbuschstraße, die Burscheider Straße und die Werstener Dorfstraße, ins Werstener Feld und an die Kölner Landstraße. Nördlich grenzen Bilk und Oberbilk an, mit vielen Nachkriegsbauten und Altbauten.
Nach Osten geht es über die Autobahn nach Eller. Im Süden liegt hinter Holthausen und Itter Benrath, wo wir in großen Stadthäusern oft ein zweites Bad einbauen.
Wo Sie tiefer einsteigen können
- Badumbau mit neuem Grundriss: wenn WC und Dusche an eine andere Wand wandern.
- Fußboden elektrisch beheizen: warme Fliesen im Anbau oder Keller.
- Frische Luft im Bad: Lüfter, Nachlauf und feuchte Außenwände.
- Ablauf einer Sanierung: welche Entscheidung wann fällt.
- Gäste-WC im Erdgeschoss: kleine Fläche, kurze Bauzeit.
Sprechen wir über Ihr Haus in Wersten
Beschreiben Sie uns am Telefon, wo Ihr Bad heute liegt und wo es künftig hin soll. Wir sind unter 0231 989 43890 erreichbar, von Montag bis Freitag zwischen 8 und 18 Uhr. Wer lieber schreibt, schickt uns über das Anfrageformular ein paar Zeilen und bekommt einen Termin für das Aufmaß.
