Vor dem Musterbrett
Auf dem Küchentisch liegen fünf Fliesenmuster, daneben ein Foto des alten Bads mit Wanne quer unter dem Fenster. Die Frage ist fast immer dieselbe: Groß oder klein, hell oder dunkel, glänzend oder matt. Die Antwort hängt weniger vom Geschmack ab, als man denkt. Sie hängt davon ab, wo die Fliese liegt, wie viel Wasser sie abbekommt und was der Untergrund hergibt.
Eine Fliese im Duschboden hat eine andere Aufgabe als eine Fliese an der Wand hinter dem Waschtisch. Die eine muss griffig sein und dem Gefälle folgen, die andere soll sich leicht abwischen lassen. Wer das beim Aussuchen trennt, kommt schneller zu einer Wahl, die auch nach Jahren noch passt.
Welches Format wohin passt
Fliesen werden in Zentimetern gehandelt, und die Formate haben sich in den letzten Jahren deutlich vergrößert. Früher war 15 × 15 cm an der Wand üblich, heute beginnt der Alltag bei 30 × 60 cm. Jedes Format hat einen Platz, an dem es seine Stärke ausspielt.
| Format | Wo es passt | Was es verlangt |
|---|---|---|
| Mosaik, etwa 5 × 5 cm | Duschboden mit Punktablauf, Nischen, Rundungen | viele Fugen, sorgfältige Pflege |
| 20 × 20 bis 30 × 30 cm | Duschboden, kleine Bäder, Retro-Optik | Gefälle in mehrere Richtungen möglich |
| 30 × 60 cm | Wand und Boden, der heutige Standard | wenig Zuschnitt, gut zu tragen |
| 60 × 60 cm | Badboden, auch im kleinen Bad | ebener Untergrund |
| 60 × 120 cm und größer | Wand, Boden mit Rinne, ruhige Flächen | sehr ebener Untergrund, zwei Personen beim Verlegen |
Große Formate lassen einen Raum ruhiger wirken, weil weniger Fugen die Fläche teilen. Kleine Formate folgen Gefällen und Ecken leichter. Im Duschboden mit mittigem Punktablauf muss die Fläche in vier Richtungen fallen, und das gelingt mit kleinen Fliesen oder Mosaik ohne sichtbare Schnitte. Mit einer bodengleichen Dusche und Rinne an der Wand reicht ein Gefälle in eine Richtung, dann kann auch die große Platte bis in die Dusche laufen.
Großformat im Düsseldorfer Altbau
Eine Platte von 60 × 120 cm wiegt einiges und biegt sich beim Tragen durch. Im Gründerzeithaus in Unterbilk mit schmalem Treppenhaus und ohne Aufzug geht sie vier Etagen hoch, mitunter über gewendelte Stufen. Das ist machbar und gehört zur Planung, nicht zur Überraschung am Liefertag.
Wichtiger ist der Untergrund. Große Formate verzeihen keine Wellen im Estrich oder in der Wand, weil sich jede Unebenheit an den Kanten zeigt. In Altbauten mit Holzbalkendecke kommt hinzu, dass der Boden stärker arbeitet als eine Betondecke. Dort planen wir eine Entkopplung unter dem Belag und wählen das Format passend zur Decke.
In Häusern der 1950er Jahre, wie sie in Bilk und Oberbilk häufig sind, liegt das Bad meist auf einer Betondecke. Hier sind große Formate am Boden gut möglich, wenn der Estrich eben ist. An den Wänden entscheiden oft alte Leitungsschlitze und schiefe Ecken, wie viel Ausgleich vorher nötig ist.
Griffig im Nassbereich
Auf einem nassen Duschboden steht man barfuß, und genau dafür gibt es eine eigene Einstufung der Rutschhemmung. Hersteller geben an, wie griffig eine Fliese unter diesen Bedingungen ist. Für den Duschboden wählen wir eine der griffigeren Stufen, für den übrigen Badboden reicht in der Regel eine mittlere.
Griffige Oberflächen sind etwas rauer und halten Schmutz leichter fest. Das ist der Grund, warum im Duschboden häufig kleine Formate mit vielen Fugen liegen: Jede Fuge wirkt wie eine kleine Kante unter dem Fuß. Bei großen Platten im Duschboden achten wir deshalb besonders auf die Oberfläche.
Im barrierefreien Bad kommt die Rutschhemmung zu den Maßen hinzu, die nach Fachliteratur für einen niveaugleichen Duschplatz gelten. Was dabei insgesamt zu beachten ist, steht unter Barrierefreies Bad.
Fugen bei hartem Wasser
Mit etwa 14 °dH ordnen die Stadtwerke das Düsseldorfer Leitungswasser dem Härtebereich „hart“ zu. Wo Wasser auf den Fugen trocknet, bleibt ein heller Rand. Das zeigt sich am deutlichsten auf dunklen Fugen und auf matten, dunklen Fliesen.
Zementäre Fugen sind der Standard und nehmen etwas Wasser auf. Reaktionsharzfugen, oft Epoxidfugen genannt, sind dichter und lassen sich leichter reinigen. Sie kosten in Material und Verarbeitung mehr, und wir setzen sie deshalb gezielt dort ein, wo das meiste Wasser hinkommt.
Die Fugenbreite richtet sich nach Format und Kantenbearbeitung. Rektifizierte Fliesen mit exakt geschliffenen Kanten erlauben schmale Fugen, gepresste Kanten brauchen etwas mehr Luft. Weniger Fugenmeter bedeuten weniger Fläche, auf der sich Kalk festsetzt. Mehr dazu steht unter Kalk im Bad.
Die Fugen in den Ecken und am Übergang zur Wanne sind keine Fliesenfugen, sondern Silikon. Sie gleichen Bewegungen aus, altern und werden irgendwann erneuert. Unter ihnen liegt die eigentliche Abdichtung, die in Abdichtung im Bad beschrieben ist.
Oberfläche, Farbe und Material
Die meisten Bodenfliesen im Bad sind heute Feinsteinzeug. Es nimmt in der Regel sehr wenig Wasser auf und ist hart genug für den Boden. An der Wand findet man auch Steingut, das leichter ist und sich gut schneiden lässt.
Glänzende Oberflächen reflektieren Licht und machen kleine Bäder heller, zeigen aber Streifen nach dem Putzen. Matte Oberflächen wirken ruhiger, halten auf dunklen Tönen aber Kalkränder sichtbar fest. Mittlere Töne und leicht strukturierte Oberflächen sind im Alltag am unauffälligsten.
Naturstein ist ein eigenes Kapitel. Er ist in der Regel säureempfindlich, und viele Kalkreiniger greifen ihn an. Wer ihn im Bad möchte, plant Pflege und Imprägnierung mit ein. Im Designbad gehört er zu den Materialien, die wir häufiger verlegen.
Neue Fliese auf alter Fliese
Die alten Fliesen sind fest, nur Farbe und Muster passen nicht mehr. Dann liegt der Gedanke nahe, einfach darüber zu kleben. Das passt, wenn der alte Belag tragfähig und eben ist und nicht hohl klingt.
Jede Lage macht den Boden höher. An der Badtür, an der Duschtasse und am WC-Anschluss muss diese Höhe Platz haben. Im Duschbereich bauen wir in der Regel zurück, weil dort unter die neue Fliese eine neue Abdichtung gehört. An Wänden außerhalb der Dusche ist Fliese auf Fliese dagegen oft eine schnelle Lösung.
Bei Bädern aus der Zeit vor dem 31.10.1993 klären wir vor dem Abbruch das Baujahr. Ältere Fliesenkleber, Putze und Spachtelmassen können Asbest enthalten. Wer beauftragt, muss dem Betrieb bekannte Informationen dazu und das Baujahr mitteilen, auch als Privathaushalt (§ 5a GefStoffV). Mehr dazu steht unter Asbest im Bad.
Was das Verlegen kostet
Die Preise für das Verlegen hängen vor allem vom Format ab. Die folgenden Werte sind Erfahrungswerte für Düsseldorf und Umgebung, brutto, Stand September 2026, ohne das Material selbst.
| Leistung | Preis je m² |
|---|---|
| Fliesen verlegen bis 30 × 60 cm | 55–95 € |
| Fliesen verlegen 60 × 120 cm und größer | 75–120 € |
| Großformatige Wandplatten oder fugenlose Beschichtung statt Fliesen | 120–250 € je m² Wandfläche |
Nicht in diesen Zahlen stecken der Rückbau des alten Belags, die Abdichtung und der Ausgleich des Untergrunds. Die Fliesen selbst kosten je nach Hersteller und Format sehr unterschiedlich. Für den Verschnitt an Ecken, Rohren und Fenstern braucht man etwas mehr Material, als die reine Fläche ergibt. Einige Fliesen als Reserve im Keller erleichtern spätere Reparaturen.
Wer eine Wand ganz ohne Fugen möchte, findet die Möglichkeiten unter Bad ohne Fliesen. In Einfamilienhäusern, etwa in Meerbusch, fragen Kunden danach häufig für das zweite Bad im Obergeschoss.
Wer die Fliesen verlegt
Das Fliesen-, Platten- und Mosaiklegerhandwerk ist zulassungspflichtig und steht in Anlage A Nr. 42 der Handwerksordnung. Das gilt seit der Novelle von 2020. Eine ältere Einstufung als zulassungsfreies Handwerk findet man im Netz noch häufig, sie ist überholt.
Wo Sie tiefer einsteigen können
- Walk-in-Dusche: große Glaswand, durchgehender Boden und die Frage, wo das Spritzwasser landet.
- Badsanierung Kosten: was ein ganzes Bad mit neuen Fliesen und Objekten kostet, mit Rechner.
- Kleines Bad: Formate und Farben, die ein Bad von 3 bis 5 m² größer wirken lassen.
- Badplanung: vom Aufmaß bis zur Bemusterung der Fliesen.
Welche Fliesen wir in Düsseldorf verlegen
Bei der Planung legen wir die Fliesen Raum für Raum fest: Duschboden, Badboden, Wand im Nassbereich und Wand außerhalb. Unsere Installateure setzen Ablauf, Rinne und Anschlüsse so, dass das gewählte Format ohne Stückelung passt. Abdichtung und Fliesen kommen aus einer Hand, im selben Terminplan und mit einem Ansprechpartner für das ganze Bad.
Sie möchten Muster sehen oder wissen, was Ihr Untergrund hergibt? Dann kommen wir zum kostenlosen Aufmaß. Rufen Sie uns an unter 0231 989 43890, Mo–Fr 8–18 Uhr, oder nutzen Sie das Formular unten auf der Seite.
