Drei Wochen nach der Abnahme
Die neue Glaswand war bei der Abnahme völlig klar. Drei Wochen später sieht man im Gegenlicht einen feinen Schleier, am unteren Rand stehen weiße Tropfenränder, und die Kopfbrause sprüht aus einer Düse schief. Das ist kein Mangel am Glas und keine falsche Armatur. Es ist Düsseldorfer Leitungswasser, das beim Trocknen seinen Kalk zurücklässt.
Kalk lässt sich im Bad nicht abschaffen, aber man kann ihm viel weniger Fläche anbieten. Die wichtigsten Entscheidungen fallen bei der Planung: welches Glas, welche Armatur, welcher Ablauf, welche Fuge. Wer sie mit Blick auf hartes Wasser trifft, putzt später seltener.
Wie hart das Düsseldorfer Wasser ist
Laut Stadtwerke Düsseldorf liegt das Leitungswasser bei etwa 14 °dH und damit im Härtebereich „hart“. Zu den Wasserwerken der Stadt gehören Am Staad, Flehe und Holthausen. Werte je Wasserwerk oder Stadtteil veröffentlichen die Stadtwerke auf ihrer Seite nicht.
Die Härtebereiche sind im Wasch- und Reinigungsmittelgesetz festgelegt. Die Grenze zwischen „mittel“ und „hart“ liegt bei 14 °dH, und die Stadtwerke ordnen das Düsseldorfer Wasser dem harten Bereich zu.
| Härtebereich | Gesamthärte |
|---|---|
| weich | unter 8,4 °dH |
| mittel | 8,4 bis 14 °dH |
| hart | über 14 °dH |
Für die Nachbarstädte nennen wir keine Werte. Wer in Neuss, Ratingen oder Hilden wohnt, findet die Angabe beim örtlichen Versorger oder auf der Wasserrechnung. Innerhalb einer Stadt können sich die Werte nach Versorgungsgebiet unterscheiden.
Warum Kalk dort sitzt, wo er sitzt
Im Wasser gelöster Kalk bleibt zurück, wenn das Wasser verdunstet. Er sammelt sich deshalb an Stellen, an denen Tropfen stehen bleiben und langsam trocknen: an der Unterkante der Glaswand, an Fugen, an Armaturen und Düsen. Warmes Wasser scheidet Kalk leichter ab als kaltes, und in der Dusche ist das Wasser warm.
Glatte, senkrechte Flächen trocknen schnell und gleichmäßig ab. Kanten, Rillen und raue Oberflächen halten Tropfen fest. Daraus folgt die wichtigste Regel für ein Bad mit hartem Wasser: weniger Kanten, weniger Fugen, glattere Oberflächen dort, wo das meiste Wasser hinkommt.
Glaswand und Duschabtrennung
Eine Glaswand mit werkseitiger Beschichtung lässt Wasser besser abperlen. Die Tropfen laufen ab, bevor sie trocknen, und es bleibt weniger Kalk zurück. Die Beschichtung hält nicht ewig, lässt sich aber mit den Mitteln der Hersteller pflegen.
Rahmenlose Glaswände mit wenigen Beschlägen bieten weniger Kanten als Kabinen mit umlaufenden Profilen. Bei einer Walk-in-Dusche mit einer einzigen festen Scheibe ist die Fläche am einfachsten sauber zu halten. Ein Abzieher am Haken neben der Brause bleibt der größte Hebel: nach dem Duschen einmal über das Glas, und das Problem ist zum großen Teil erledigt.
Armaturen, Brausen und Oberflächen
Verchromte Armaturen sind bei hartem Wasser am unauffälligsten. Kalkränder sind darauf zwar vorhanden, fallen aber weniger auf. Schwarze, gebürstete oder matte Oberflächen zeigen helle Ränder deutlich, und wer sie wählt, plant das Abwischen fest ein.
Viele Kopf- und Handbrausen haben weiche Noppen an den Austrittsdüsen. Kalk lässt sich daraus mit dem Finger herausreiben, bevor er die Düse verengt. Strahlregler an Waschtischarmaturen lassen sich abschrauben und reinigen oder tauschen.
Unterputzarmaturen haben einen Vorteil, der mit Kalk wenig zu tun hat, aber beim Putzen auffällt: An der Wand bleibt nur eine flache Blende. Es gibt weniger Körper und Ecken, an denen Wasser steht. Wie sich das in ein hochwertiges Bad einfügt, zeigt die Seite Designbad.
Fliesen, Fugen und Ablauf
Jede Fuge ist eine kleine Rinne, in der Wasser stehen bleibt. Große Formate bedeuten weniger Fugenmeter und damit weniger Linien, an denen Kalk sichtbar wird. Reaktionsharzfugen nehmen kaum Wasser auf und lassen sich glatter abwischen als zementäre Fugen. Welche Formate wo passen, steht unter Badfliesen.
Beim Ablauf spielt die Duschrinne ihre Stärke aus. Sie braucht nur ein Gefälle in eine Richtung, sodass große Fliesen bis zur Rinne laufen können. Ein Punktablauf in der Mitte verlangt ein Gefälle in vier Richtungen, das mit kleineren Formaten und mehr Fugen verlegt wird. Den Einsatz einer Rinne nimmt man heraus und reinigt ihn, wie das Sieb eines Punktablaufs auch.
Im Duschboden selbst hilft ein sauberes Gefälle. Wo Wasser in Senken stehen bleibt, trocknet es langsam und hinterlässt einen hellen Fleck. Ein gleichmäßig zur Rinne fallender Boden trocknet dagegen in kurzer Zeit ab.
Die Farbe hat großen Einfluss darauf, wie sichtbar Kalk ist. Helle Ränder fallen auf mittleren Grau- und Beigetönen kaum auf. Sehr dunkle Fliesen, besonders matte, zeigen jeden getrockneten Tropfen.
WC, Waschtisch und Wanne
Ein spülrandloses WC hat keinen umlaufenden Rand, unter dem sich Kalk und Urinstein festsetzen. Die Keramik lässt sich mit der Bürste vollständig erreichen. Wandhängend vor einer Vorwand montiert, bleibt auch der Boden darunter frei.
Beim Waschtisch sind glatte Keramik und ein Überlauf, der sich reinigen lässt, im Alltag angenehmer als verwinkelte Formen. Bei der Badewanne sammelt sich Kalk vor allem an der Wasserlinie und am Ablauf. Eine Wanne aus Acryl oder Stahlemaille lässt sich in der Regel mit milden Mitteln sauber halten.
Hinter der Wand: Thermostat, Warmwasser, Eckventil
Der Thermostat mischt plötzlich nicht mehr sauber, das Wasser wird mal zu heiß, mal zu kalt. Oft steckt Kalk in der Kartusche, die das Mischen übernimmt. Bei vielen Armaturen lässt sie sich ausbauen und tauschen, ohne dass die Wand geöffnet wird.
Auch Warmwasserbereiter reagieren auf hartes Wasser. Im Durchlauferhitzer und im Speicher lagert sich Kalk an den Heizflächen ab, besonders bei hoch eingestellter Temperatur. Wartung und Einstellung gehören in die Hand eines Installateurs und richten sich nach den Vorgaben des Herstellers.
Eckventile unter Waschtisch und am WC sitzen oft jahrzehntelang unberührt. Wenn sie im Ernstfall schließen sollen, sind sie manchmal festgesetzt. Bei einer Sanierung setzen unsere Installateure neue Ventile, die sich später gut erreichen lassen.
Fünf Fragen für die Bemusterung
Wer Glas, Armaturen und Fliesen aussucht, kann mit wenigen Fragen viel Pflegearbeit vermeiden.
- Hat die Glaswand eine werkseitige Beschichtung, und wie viele Profile und Beschläge braucht sie?
- Lassen sich die Düsen der Brause mit dem Finger freireiben?
- Welche Oberfläche hat die Armatur, und welche Reiniger lässt der Hersteller zu?
- Wie viele Fugenmeter hat der Duschbereich, und welche Fuge kommt hinein?
- Liegt der Ablauf als Rinne an der Wand oder als Punkt in der Mitte?
Enthärtungsanlage: eine Frage für das ganze Haus
Eine Enthärtungsanlage wird in der Regel am Hausanschluss eingebaut und wirkt auf das ganze Haus. Im Einfamilienhaus entscheidet darüber der Eigentümer, im Mehrfamilienhaus der Eigentümer oder die Gemeinschaft. Betrieb, Salz und Wartung gehören dazu.
Für das Bad selbst gilt: Es soll auch ohne Anlage pflegeleicht sein. Deshalb planen wir Glas, Armaturen, Fugen und Ablauf so, als käme das Wasser hart aus der Leitung. Kommt später eine Anlage dazu, profitiert das Bad zusätzlich.
Pflege, die Oberflächen schont
| Oberfläche | Im Alltag | Vorsicht bei |
|---|---|---|
| Glas mit Beschichtung | Abzieher nach dem Duschen | Scheuermitteln, harten Schwämmen |
| Verchromte Armatur | weiches Tuch, milder Reiniger | Scheuermitteln |
| Farbige oder matte Armatur | abtrocknen, Herstellerreiniger | Säure, sofern der Hersteller sie ausschließt |
| Glasierte Fliese | Reiniger nach Bedarf, auch kalklösend | kaum empfindlich |
| Naturstein | pH-neutrale Pflege, Imprägnierung | Essig und kalklösende Säuren |
| Silikonfuge | trocken halten, sanft reinigen | Säure, spitzen Werkzeugen |
Essig und Zitronensäure lösen Kalk, greifen aber Naturstein und manche Beschichtungen an. Auch Silikonfugen altern schneller, wenn sie oft mit Säure behandelt werden. Im Zweifel gilt die Pflegeanleitung des Herstellers. Gute Lüftung trocknet Flächen schneller und lässt weniger Tropfen stehen, mehr dazu unter Lüftung im Bad.
Wo Sie tiefer einsteigen können
- Bodengleiche Dusche: Rinne, Gefälle und Boden aus einem Guss.
- Waschtisch: Formen und Armaturen, die sich im Alltag gut reinigen lassen.
- WC und Vorwand: wandhängend, spülrandlos und mit freiem Boden darunter.
- Badsanierung Kosten: was ein ganzes Bad in Düsseldorf kostet, mit Rechner.
Was wir daraus machen
In Düsseldorfer Bädern gehört das harte Wasser zu jeder Planung, ob im Gründerzeithaus in Pempelfort oder im Reihenhaus in Benrath. Wir zeigen bei der Auswahl, welche Glaswand, Armatur und Fuge im Alltag wenig Arbeit machen. Unsere Installateure setzen Rinne, Ablauf und Armaturen so, dass sie sich später gut erreichen und reinigen lassen.
Wenn Sie Ihr Bad kalkarm planen möchten, erreichen Sie uns unter 0231 989 43890, Mo–Fr 8–18 Uhr. Oder Sie schicken uns eine Nachricht über das Formular auf dieser Seite.
