Wenn unter den Fliesen mehr alt ist als die Fliesen
Beim Duschen tropft es in der Küche darunter, die Wasserhähne setzen braunes Wasser frei, wenn die Wohnung eine Woche leer stand, und der Spülkasten hängt auf Putz. An diesem Punkt lohnt der Blick hinter die Wand mehr als der Blick in den Fliesenkatalog. Eine Komplettsanierung passt, wenn Leitungen, Abdichtung und Oberflächen gemeinsam ihr Alter erreicht haben.
Typisch sind Bäder aus den 1950er bis 1980er Jahren, deren Installation seit dem Bau nie erneuert wurde. Oft stecken verzinkte Stahlrohre in der Wand, gelegentlich Blei, und unter dem Fliesenbelag liegt keine Abdichtung nach heutigem Stand. In solchen Bädern spielt die Komplettsanierung ihre Stärke aus, weil Rohre und Abdichtung im selben Zug neu werden.
Die Komplettsanierung bringt alles auf einen Stand. Sie bekommen neue Wasser- und Abwasserleitungen, eine Vorwand für WC und Waschtisch, eine geprüfte Abdichtung und die Fliesen und Objekte, die Sie ausgesucht haben. Danach ist das Bad für die nächsten Jahrzehnte ruhig.
Was wir bei einer Komplettsanierung bauen
Zurück bis zur Rohwand
Am ersten Tag schützen wir Treppenhaus, Flur und angrenzende Räume mit Vlies, Platten und einer Staubschutzwand. Dann kommen Wanne, WC, Waschtisch und Heizkörper heraus, danach die Fliesen von Wand und Boden. Wo der alte Estrich feucht oder hohl ist, wird er ebenfalls entfernt. Am Ende stehen Rohwände und Rohdecke frei, und wir sehen, was die Jahrzehnte hinterlassen haben.
Neue Leitungen hinter einer Vorwand
Unsere Installateure verlegen Kalt- und Warmwasser ab der Absperrung in der Wohnung neu, meist in Mehrschichtverbundrohr. Abwasserleitungen bekommen das Gefälle, das sie brauchen, in der Regel 1 bis 2 cm je Meter bis zum Fallrohr. WC und Waschtisch sitzen danach auf Vorwandelementen, hinter denen Spülkasten und Rohre verschwinden. Die Vorwand gibt außerdem eine Ablage auf halber Höhe, die in schmalen Bädern viel Platz schafft.
Estrich und Abdichtung
Wo nötig, ziehen wir einen neuen Estrich mit dem Gefälle zur Dusche. Darauf folgt die Abdichtung nach DIN 18534, Ausgabe 2025-10, mit Dichtbändern in allen Ecken und Manschetten um jedes Rohr, das die Fläche durchstößt. Duschwände im privaten Bad ordnet die Fachliteratur meist der Klasse W1-I zu, den Boden einer bodengleichen Dusche meist W2-I. Die Klasse legen wir bei der Planung für jede Fläche fest.
Fliesen, Licht und Objekte
Erst auf der geprüften Abdichtung wird gefliest. Danach schließt der Elektrofachbetrieb, mit dem wir fest zusammenarbeiten, Spiegelleuchte, Lüfter und Steckdosen an. Unsere Installateure montieren Waschtisch, WC, Dusche oder Wanne, Armaturen und den Badheizkörper. Zum Schluss werden die Anschlussfugen in Silikon gezogen und das Bad gereinigt.
Komplettbäder in Düsseldorfer Häusern
In einem Mietshaus der 1950er in Oberbilk misst das Bad oft keine 4 m², die Wanne steht quer vor dem Fenster zum Hof. Hier bringt die Komplettsanierung vor allem Ordnung in einen engen Raum. Eine Dusche an der Stirnseite, ein wandhängendes WC auf Vorwand und ein schmaler Waschtisch lassen den Raum größer wirken, obwohl kein Zentimeter dazukommt.
Im Gründerzeitaltbau in Unterbilk oder Düsseltal liegt das Bad über einer Holzbalkendecke. Die Aufbauhöhe im Boden ist knapp, und das Fallrohr steht häufig an der Wand zum Treppenhaus. Wir planen den Ablauf der Dusche deshalb so, dass die Leitung auf kurzem Weg zum Fallrohr kommt. Über den Balken arbeiten wir mit Trockenestrich oder leichtem Aufbau, damit die Decke nicht unnötig belastet wird.
In den Großsiedlungen der 1960er und 1970er, etwa in Garath, liegt das Bad meist innen und entlüftet über einen Schacht. Die Betondecke trägt gut, und eine bodengleiche Dusche ist dort häufig ohne großen Aufwand möglich. Beim Lüfter achten wir darauf, dass er zum gemeinsamen Schacht des Hauses passt.
Im Reihenhaus in Kaarst oder Hilden liegt das Bad im Obergeschoss, und die Leitungen laufen über das Erdgeschoss in den Keller. Hier nehmen wir bei der Komplettsanierung oft die Zuleitungen bis zum Keller mit. Das Treppenhaus ist privat, der Transport daher einfacher als im Mietshaus.
Was ein Komplettbad kostet
Unsere Preise rechnen wir nach Bodenfläche. Ein Komplettbad hat einen Grundbetrag von erfahrungsgemäß 9.000 bis 12.500 € für Objekte, Installation und Baustelle. Dazu kommen je Quadratmeter Bodenfläche meist 1.100 bis 1.800 €. Die Tabelle zeigt die Summen für solide Markenware in einem Haus der Baujahre 1949 bis 1978, brutto und mit Stand September 2026.
| Bodenfläche | Komplettbad mit neuen Leitungen |
|---|---|
| 4 m² | 13.400–19.700 € |
| 6 m² | 15.600–23.300 € |
| 8 m² | 17.800–26.900 € |
| 10 m² | 20.000–30.500 € |
| 12 m² | 22.200–34.100 € |
Zwei gerechnete Beispiele zeigen, wie Ausstattung und Baujahr wirken. Ein 8 m² großes Bad mit gehobener Ausstattung in einem Altbau bis 1948 liegt meist bei 19.900 bis 30.400 €. Ein 9 m² großes Premiumbad mit Naturstein im Altbau kommt erfahrungsgemäß auf 23.400 bis 36.100 €. Ab 16 m² rechnen wir nur noch nach Aufmaß.
Mit dem Rechner für die Badkosten können Sie Ihre eigene Fläche und Ausstattung einsetzen. Die verbindliche Zahl steht im Festpreisangebot, das nach dem Aufmaß kommt und nach Gewerken aufgeschlüsselt ist.
Fünfzehn Arbeitstage, Schritt für Schritt
Für ein Komplettbad ohne neuen Grundriss rechnen wir in der Regel mit 10 bis 15 Arbeitstagen. Die folgende Übersicht zeigt einen typischen Ablauf für ein Bad um 6 m².
| Arbeitstag | Was passiert |
|---|---|
| 1–2 | Schutz von Treppenhaus und Wohnung, Abbruch, Entsorgung |
| 3–4 | Rohinstallation Wasser und Abwasser, Vorwandelemente |
| 5 | Estrich oder Ausgleich, Gefälle zur Dusche |
| 6–7 | Abdichtung nach DIN 18534, Dichtbänder, Manschetten |
| 8–11 | Wand- und Bodenfliesen, Verfugen |
| 12 | Elektroanschlüsse durch den Elektrofachbetrieb |
| 13–14 | Montage von WC, Waschtisch, Dusche, Armaturen, Heizkörper |
| 15 | Silikon, Reinigung, gemeinsame Abnahme mit Protokoll |
Muss ein Zementestrich trocknen, kommen je nach Dicke und Lüftung mehrere Tage dazu. Eilt es, planen wir Schnellestrich ein. Vor dem ersten Arbeitstag liegen meist 4 bis 8 Wochen Vorlauf für Planung und Bestellung. Mehr zur Reihenfolge der Schritte steht beim Ablauf einer Badsanierung.
Worauf wir beim Komplettbad besonders achten
Der Anschluss an das Fallrohr entscheidet, wo die Dusche stehen kann, und gehört deshalb an den Anfang der Planung. Drei Meter Abwasserleitung bis zum Fallrohr brauchen bis zu 6 cm zusätzliche Höhe. Deshalb messen wir beim Aufmaß die Lage des Fallrohrs und die vorhandene Aufbauhöhe, bevor wir die Dusche einplanen.
Die zweite Stelle ist die Abdichtung an den Übergängen. Wand und Boden treffen sich, Rohre durchstoßen die Fläche, und an der Duschrinne kommt alles zusammen. Wir setzen dort Dichtbänder und Manschetten und prüfen die Abdichtung, bevor die erste Fliese liegt.
Die dritte ist die Lüftung. Für Bäder ohne Fenster verlangt § 43 Abs. 1 BauO NRW eine wirksame Lüftung, die wir von Anfang an mitplanen. Wir setzen deshalb einen Lüfter mit Nachlauf, der zum Schacht oder zur Außenwand passt.
Und schließlich der Kalk. Die Stadtwerke Düsseldorf nennen für ihr Wasser etwa 14 °dH, was als „hart“ eingestuft ist. Beschichtetes Glas, eine Rinne statt vieler Fugen und Armaturen mit glatten Oberflächen sparen später viel Putzzeit.
Bauordnung, Trinkwasser und Eigentümergemeinschaft
Für ein neues Bad innerhalb der eigenen vier Wände braucht es in der Regel kein bauaufsichtliches Verfahren. Das Erneuern von Wasser- und Abwasserleitungen im Haus führt § 62 BauO NRW ausdrücklich unter den verfahrensfreien Vorhaben. Anders kann es sein, wenn eine tragende Wand betroffen ist, der Brandschutz berührt wird oder das Haus unter Denkmalschutz steht. Dann braucht es eine Erlaubnis der Unteren Denkmalbehörde nach § 9 DSchG NRW.
Bleileitungen im Trinkwasser mussten nach § 17 TrinkwV bis 12.01.2026 entfernt oder stillgelegt sein. Finden wir beim Abbruch noch Reste, bauen wir sie aus. Der Grenzwert für Blei sinkt am 12.01.2028 auf 5 µg/l.
Gehört die Wohnung zu einer Eigentümergemeinschaft, zählen Estrich, Dämmschichten und Steigleitungen oft zum gemeinsamen Eigentum. Bauliche Veränderungen daran brauchen einen Beschluss nach § 20 WEG. Wir sprechen deshalb vor dem Angebot mit Ihnen über die Teilungserklärung und, wenn nötig, mit der Hausverwaltung. Mehr dazu auf der Seite zur Sanierung in der Eigentumswohnung.
Wofür Sie einen anderen Betrieb brauchen
Wir bauen Bäder in einem geplanten Block von mehreren Arbeitstagen. Für einen Rohrbruch am Sonntag ist ein Installateur mit Notdienst schneller bei Ihnen. Enthält der Fliesenkleber Asbest, übernimmt ein Fachbetrieb nach TRGS 519 den Ausbau mit Freimessung als eigenen Auftrag, danach beginnen wir. Und wenn die Hausverwaltung die Stränge im ganzen Haus erneuern lässt, ist das eine Strangsanierung für einen darauf ausgerichteten Anbieter.
Wo wir Komplettbäder bauen
Unsere Installateure fahren in alle Düsseldorfer Stadtteile und in die Städte ringsum. Einige Gebiete, in denen das Komplettbad besonders oft gefragt ist:
- Oberbilk: schmale Nachkriegsbäder mit Wanne an der Stirnseite.
- Unterbilk: Altbau über der Holzbalkendecke, knappe Aufbauhöhe.
- Garath: innenliegende Bäder mit Schacht über Betondecken.
- Düsseltal: hohe Räume, alte Leitungen, Fallrohr im Treppenhausbereich.
- Eller: Mietshäuser verschiedener Baujahre im Düsseldorfer Süden.
- Neuss: Wohnungen und Häuser links des Rheins.
- Hilden: Reihenhausbäder, deren Zuleitungen durch zwei Geschosse laufen.
Wo Sie tiefer einsteigen können
- Badrenovierung: wenn die Leitungen jung genug sind und nur die Oberflächen neu werden.
- Badumbau: wenn beim Komplettbad auch WC und Dusche an eine andere Wand wandern.
- Abdichtung im Bad: was DIN 18534 verlangt und wo Wasser am ehesten durchkommt.
- Bad im Altbau: Holzbalkendecke, Aufbauhöhe und der Weg zum Fallrohr.
- Dauer einer Badsanierung: wie Sie die Tage ohne Bad überbrücken.
Ihr Komplettbad anfragen
Rufen Sie uns an unter 0231 989 43890, montags bis freitags zwischen 8 und 18 Uhr. Wir vereinbaren einen Termin zum Aufmaß, der Sie nichts kostet. Wer lieber schreibt, findet das Formular am Ende dieser Seite.
