Drei Bäder, drei Antworten
Im Reihenhaus in Kaarst wohnt eine Familie mit zwei kleinen Kindern. Abends wird gebadet, morgens geduscht, und das Bad im Obergeschoss hat 9 m². In einer Wohnung in Garath lebt ein Paar über siebzig, das seit Jahren nur noch duscht und jedes Mal über den Wannenrand steigt. Im Altbau in Oberkassel hat das Bad 5 m², eine Wanne quer vor dem Fenster und eine Holzbalkendecke darunter.
Alle drei stellen dieselbe Frage, und alle drei bekommen eine andere Antwort. Die Entscheidung zwischen Badewanne und Dusche hängt weniger von Vorlieben ab als von Alltag, Fläche und Boden. Wer diese drei Punkte klärt, kommt meist schnell zu einer Lösung.
Was die Bauordnung sagt
Jede Wohnung muss ein Bad mit Badewanne oder Dusche und eine Toilette haben, so steht es in § 47 Abs. 4 BauO NRW. Eine Wanne ist also keine Pflicht, und eine Dusche allein genügt. Eine Badsanierung innerhalb der Wohnung ist in der Regel verfahrensfrei, solange keine tragenden Wände, kein Brandschutz und kein Baudenkmal berührt werden.
Wo die Badewanne ihre Stärke ausspielt
Die Wanne passt, wenn jemand im Haushalt gern badet, wenn kleine Kinder gebadet werden oder wenn das Bad auch zum Entspannen da ist. Für Familien ist sie oft das praktischere Möbel, auch weil man darin Kinder abduschen, Wäsche einweichen oder einen Hund waschen kann.
Gängige Einbauwannen sind erfahrungsgemäß 170 × 75 cm groß, kleinere Modelle gibt es mit 160 oder 150 cm Länge. Freistehende Wannen brauchen rundherum Platz und einen Anschluss im Boden. Welche Maße es gibt und wie viel Raum man davor braucht, steht unter Badewanne: Maße.
Eine neue Wanne an derselben Stelle ist ein überschaubares Vorhaben. Mit Anschluss und Fliesenanschluss liegt sie erfahrungsgemäß bei 1.800 bis 3.800 € und ist in 1 bis 2 Arbeitstagen eingebaut. Die Einzelheiten zu Einbau, Wannenträger und freistehenden Modellen stehen unter Badewanne.
Wo die Dusche ihre Stärke ausspielt
Die Dusche passt, wenn im Haushalt ohnehin geduscht wird, wenn der Einstieg leicht sein soll oder wenn das Bad klein ist. Eine bodengleiche Dusche hat keine Kante, und man geht mit dem Boden einfach hinein. Das ist im Alter angenehm, aber auch für jeden, der morgens schnell unter die Brause will.
Eine Duschfläche von 90 × 90 cm ist ein verbreitetes Mindestmaß. Bequemer wird es erfahrungsgemäß ab 120 × 90 cm. Nach Fachliteratur sieht DIN 18040-2 vor Sanitärobjekten eine Bewegungsfläche von 120 × 120 cm vor und einen niveaugleichen Duschplatz, der höchstens 2 cm abgesenkt ist. Im eigenen Bad dient diese Zahl als Richtwert für die Planung, vorgeschrieben ist sie dort nicht. Wer sein Bad darauf auslegen möchte, findet mehr unter Barrierefreies Bad.
Bei der Walk-in-Dusche entfällt die Tür, eine feste Glaswand hält das Spritzwasser zurück. Sie braucht etwas mehr Länge als eine Kabine, weil der Eingang offen bleibt. Dafür gibt es keine Tür, die sich verzieht, und kaum Kanten, an denen sich Kalk sammelt. Im Zuge eines Komplettbads kostet sie gegenüber einer Duschtasse einen Mehrpreis, den wir im Angebot getrennt ausweisen.
Wanne und Dusche im Vergleich
| Badewanne | Dusche | |
|---|---|---|
| Passt, wenn | gebadet wird, kleine Kinder im Haushalt sind | täglich geduscht wird, der Einstieg leicht sein soll |
| Platzbedarf | erfahrungsgemäß rund 170 × 75 cm plus Fläche davor | ab 90 × 90 cm, bequem ab 120 × 90 cm |
| Einstieg | über den Wannenrand | bodengleich, flach oder mit niedriger Tasse |
| Aufbauhöhe am Boden | gering, der Ablauf sitzt unter der Wanne | je nach Ablauf 70 bis 150 mm, aufgesetzt ohne Bodenaufbau |
| Wasserverbrauch | erfahrungsgemäß deutlich höher je Anwendung | je nach Dauer und Brause geringer |
| Pflege bei hartem Wasser | Wasserlinie, Ablauf | Glaswand, Fugen, Rinne |
Beides zugleich: Kombilösungen
Viele Haushalte wollen sich nicht entscheiden, und das Bad muss es auch nicht immer. Es gibt drei bewährte Wege, Wanne und Dusche zu verbinden.
Wanne mit Duschzone
Die einfachste Lösung ist eine Wanne mit Brause und einer festen Glasscheibe als Spritzschutz. Sie braucht nicht mehr Fläche als die Wanne allein. Man steigt zum Duschen über den Rand, dafür bleibt die Wanne zum Baden erhalten.
Duschbadewanne
Eine Duschbadewanne ist an einem Ende breiter. Dort steht man bequemer als in einer schmalen Wanne, und die Glasscheibe schützt den breiten Teil. Sie spielt ihre Stärke in Bädern von 5 bis 7 m² aus, in denen für Wanne und Dusche getrennt nicht genug Platz ist.
Wanne und Dusche getrennt
Wanne und Dusche nebeneinander sind der bequemste Weg. Erfahrungsgemäß wird das ab etwa 8 m² Bodenfläche angenehm, je nach Zuschnitt, Tür und Fenster. Im Einfamilienhaus im Umland ist das häufig der Wunsch, oft zusammen mit einem Gäste-WC im Erdgeschoss.
Im kleinen Bad der Fünfzigerjahre
In vielen Düsseldorfer Häusern aus den 1950er und 1960er Jahren hat das Bad 3 bis 5 m². Die Wanne steht quer an der Stirnseite, daneben das WC, gegenüber ein kleines Waschbecken. Hier ist die Frage meist schnell beantwortet: Wird nicht gebadet, gewinnt das Bad mit einer Dusche viel Raum.
Wo eine Wanne mit 170 cm Länge stand, passt oft eine Dusche mit 120 cm und daneben eine Ablage oder ein schmaler Schrank. Die Glaswand kann fest stehen, weil die Dusche in der Nische sitzt. Weitere Grundrisse für enge Bäder zeigt die Seite Kleines Bad.
Was der Boden hergibt
Eine bodengleiche Dusche braucht Platz unter der Fliese für Ablauf und Gefälle. Die Aufbauhöhe reicht von der Rohdecke bis zur Oberkante der Fliese. Wie viel davon nötig ist, hängt vom Ablauf ab.
| Ablauf | Einbauhöhe Ablaufkörper | Aufbauhöhe |
|---|---|---|
| Punktablauf, Standard | 90–110 mm | 120–150 mm |
| Punktablauf, flach | 65–90 mm | 95–120 mm |
| Duschrinne, flach | 65–90 mm | 95–120 mm |
| Wandablauf in der Vorwand | rund 70 mm | 70–100 mm |
| Aufgesetzte extraflache Duschfläche | kein Bodenaufbau | 25–35 mm Einstieg |
Dazu kommt die Strecke zum Fallrohr. Das Abwasserrohr fällt je Meter um 1 bis 2 cm, sodass drei Meter Strecke bis zu 6 cm mehr Höhe verlangen. Im Altbau mit Holzbalkendecke, wie in Oberkassel, spielen deshalb Wandablauf und aufgesetzte Duschfläche ihre Stärke aus. Alle Maße im Detail stehen unter Maße der bodengleichen Dusche.
Mietwohnung und Eigentumswohnung
In der Mietwohnung braucht der Tausch von Wanne zu Dusche grundsätzlich die Erlaubnis des Vermieters. Dient er dem Gebrauch durch Menschen mit Behinderungen, kann der Mieter die Erlaubnis nach § 554 BGB verlangen, sofern sie dem Vermieter zumutbar ist. In der Eigentumswohnung kann der Estrich Gemeinschaftseigentum sein, und dann braucht der Eingriff in den Boden einen Beschluss nach § 20 WEG. Wir beraten dazu nicht rechtlich, zeigen aber vorab, ob der Tausch bis in den Estrich reicht.
Was der Wechsel kostet
So viel kosten die vier häufigsten Varianten in Düsseldorf und Umgebung erfahrungsgemäß, brutto, Stand September 2026.
| Vorhaben | Preis | Bauzeit |
|---|---|---|
| Dusche statt Badewanne, mit neuer Wand im Duschbereich | 5.000–9.500 € | 3–5 Arbeitstage |
| Bodengleiche Dusche im bestehenden Bad | 4.500–9.000 € | 3–5 Arbeitstage |
| Neue Badewanne an gleicher Stelle | 1.800–3.800 € | 1–2 Arbeitstage |
| Walk-in-Dusche mit Glaswand und Rinne, im Zuge eines Komplettbads | Mehrpreis 1.500–4.000 € gegenüber Duschtasse | — |
Die Spanne beim Tausch hängt vor allem von drei Dingen ab: wie viel Boden für den Ablauf geöffnet wird, wie groß die Glaswand ist und wie weit die Fliesen im Duschbereich erneuert werden. Soll neben der Wanne auch der Rest des Bads neu werden, rechnet man mit einem ganzen Bad. Die Spannen dafür und einen Rechner finden Sie unter Badsanierung Kosten.
Wo Sie tiefer einsteigen können
- Dusche statt Badewanne: der Tausch in 3 bis 5 Arbeitstagen, Schritt für Schritt.
- Walk-in-Dusche: offene Dusche mit Glaswand, Breiten und Spritzwasser.
- Bodengleiche Dusche: Rinne, Punktablauf oder Wandablauf und die Abdichtung darunter.
- Kalk im Bad: was hartes Wasser für Glaswand und Wanne bedeutet.
Wanne, Dusche oder beides bei uns
Beim Aufmaß messen wir Fläche, Tür, Fenster und die Höhe, die der Boden für einen Ablauf hergibt. Daraus zeichnen wir zwei oder drei Varianten, etwa Wanne mit Duschzone, Dusche allein oder beides getrennt. Unsere Installateure setzen Ablauf und Anschlüsse, Abdichtung und Fliesen kommen aus derselben Hand und im selben Terminplan.
Wenn Sie zwischen Wanne und Dusche schwanken, rufen Sie uns an: 0231 989 43890, Mo–Fr 8–18 Uhr. Das kostenlose Aufmaß können Sie auch über das Formular anfragen.
