Wenn das Bad so alt ist wie die Neue Stadt
Die Fliesen sind hellblau oder senfgelb, alle aus derselben Serie, und im Hochschrank über dem WC steht seit Jahrzehnten dasselbe Putzmittel. Das Wasser läuft langsamer als früher, und nach dem Urlaub kommt es erst bräunlich. So sehen viele Bäder aus, zu denen wir in Hochdahl gerufen werden. Sie wurden gebaut, als die Neue Stadt entstand, und sind jetzt 40 bis 60 Jahre alt.
Eine Badsanierung in Erkrath heißt deshalb meistens: alles neu, auch die Leitungen. Die spannende Frage ist, wie die neuen Rohre in die Wand kommen. Unsere Antwort in den meisten Häusern ist eine Vorwand, die vor die alte Wand gesetzt wird. Wie das funktioniert, beschreiben wir weiter unten ausführlich.
Zwischen Sandheide und Alt-Erkrath: typische Bäder
Das Reihenhaus in Hochdahl. In Trills, Millrath oder Willbeck stehen Reihenhäuser, deren Bad im Obergeschoss liegt. Die Installation sitzt in der Wand, die Wanne ist eingefliest, und das WC hat einen Spülkasten unter Putz oder auf der Wand. Häufig wünschen sich die Eigentümer eine Dusche statt Wanne und ein zweites WC im Erdgeschoss.
Die Eigentumswohnung im Geschossbau. Rund um den Hochdahler Markt und in Sandheide liegen Mehrfamilienhäuser der 1960er bis 1980er. Die Bäder sind oft innenliegend und werden über einen Schacht entlüftet. Hier redet die Eigentümergemeinschaft mit, sobald Steigleitung oder Estrich betroffen sind.
Das ältere Haus in Alt-Erkrath. Alt-Erkrath war ein Dorf an der Düssel, und entsprechend gemischt ist der Bestand. Neben älteren Häusern stehen Bauten der Nachkriegszeit. Das Bad kann dort sehr unterschiedlich aussehen, deshalb beginnt jede Planung mit dem Blick auf Decke und Leitungen.
Eine Planstadt für Düsseldorf
Hochdahl entstand ab Anfang der 1960er Jahre als „Neue Stadt Hochdahl“. Die Planstadt sollte Düsseldorf entlasten und gehört zu den größten Städtebauprojekten in Nordrhein-Westfalen. 1960 wurde dafür die Entwicklungsgesellschaft Hochdahl gegründet. Ab 1972 wuchsen die einzelnen Ortsteile zusammen, und 1975 wurden Erkrath und Hochdahl zu einer Stadt vereinigt.
In Hochdahl mischen sich häufig Reihenhäuser, Einfamilienhäuser und Geschosswohnungsbau aus den 1960er bis 1980er Jahren. Viele Häuser eines Viertels wurden in kurzer Zeit gebaut, oft mit ähnlicher Ausstattung. Darum werden jetzt viele Bäder zur gleichen Zeit fällig, straßenweise.
Was ein Bad der Sechziger technisch mitbringt
Die Betondecke unter dem Bad
In den Häusern der Planstadt liegt unter dem Bad eine Betondecke. Sie trägt einen Bodenaufbau mit Estrich in der Regel ohne Weiteres. Knapp ist dagegen oft die Höhe: Estrich und Fliesen liegen auf der Decke, und viel Luft bis zur Türschwelle bleibt nicht. Schlitze in eine tragende Decke stemmen wir nur mit Freigabe durch einen Statiker.
Rohre in der Wand
Die Leitungen der 1960er und 1970er sind häufig aus verzinktem Stahl und liegen eingeputzt in der Wand. Mit den Jahren wachsen sie innen zu. Der Druck lässt nach, und das Warmwasser braucht länger bis zur Dusche. Beim Abwasser liegen oft noch die Rohre aus der Bauzeit, deren Anschlüsse wir beim Umbau erneuern.
Schacht und Lüfter
Innenliegende Bäder in den Geschossbauten hängen meist an einem gemeinsamen Abluftschacht. Für ein Bad ohne Fenster verlangt § 43 Abs. 1 BauO NRW, dass die feuchte Luft zuverlässig abgeführt wird. Beim Umbau prüfen wir, ob der Lüfter noch zum Schacht passt. Der Elektrofachbetrieb, mit dem wir fest zusammenarbeiten, setzt bei Bedarf ein neues Gerät mit Nachlauf.
Wasser und Kalk
Wie hart das Wasser in Ihrem Teil von Erkrath ist, sagt der örtliche Versorger. Kalk ist trotzdem in fast jedem alten Bad sichtbar, an Armaturen und in Fugen. Für das neue Bad planen wir Flächen mit wenigen Fugen und Glas, das sich leicht abziehen lässt.
Vorwand statt Stemmen: das Komplettbad der Sechziger und Siebziger neu
In den meisten Bädern der Neuen Stadt liegt die gesamte Installation in der Wand. Wer sie auf dem klassischen Weg erneuert, muss Schlitze stemmen, und das bedeutet Staub im ganzen Haus. Eine Vorwand geht einen anderen Weg. Sie wird vor die alte Wand gebaut und nimmt alle neuen Leitungen auf.
Wie eine Vorwand aufgebaut ist
Unsere Installateure stellen ein Metallgestell vor die Wand, in das Spülkasten, WC-Befestigung und Waschtischanschlüsse eingebaut sind. Dahinter verlaufen die neuen Wasser- und Abwasserleitungen. Verkleidet wird die Vorwand mit feuchtebeständigen Platten, die danach gefliest werden. Das wandhängende WC hängt am Gestell, nicht an der alten Wand.
Was mit den alten Leitungen passiert
Die verzinkten Rohre in der Wand werden abgetrennt und stillgelegt. Sie bleiben, wo sie sind, und stören niemanden mehr. Geöffnet wird die Wand nur an den Anschlusspunkten: am Strang, am Fallrohr und dort, wo die Dusche angeschlossen wird. Das spart Lärm und Staub, besonders im bewohnten Mehrfamilienhaus.
Stauraum als Nebeneffekt
Über dem Spülkasten entsteht eine durchgehende Ablage. In die Vorwand lassen sich Nischen für Shampoo und Handtücher einbauen. Die Fliesenserie der Sechziger verschwindet dabei vollständig hinter neuer Fläche. Wer mag, bekommt über dem Waschtisch einen eingelassenen Spiegelschrank.
Neue Wege für WC und Waschtisch
Weil die Vorwand frei geplant wird, können WC und Waschtisch an eine andere Wand wandern. Begrenzt wird das vom Abwasser, das 1–2 cm Gefälle je Meter braucht. Drei Meter bis zum Fallrohr bedeuten also bis zu 6 cm Höhe im Boden. Mit neuem Grundriss plant man für ein Komplettbad meist 15–20 Arbeitstage ein, auf der Seite zum Badumbau mit neuem Grundriss steht mehr dazu.
Abdichtung hinter den neuen Fliesen
Unter die neuen Fliesen im Duschbereich gehört eine Verbundabdichtung nach DIN 18534. Die Übergänge zwischen Vorwand, alter Wand und Boden bekommen Dichtband, die Leitungsdurchführungen Manschetten. Diese Arbeit sieht später niemand, deshalb prüfen wir sie, bevor die erste Fliese liegt.
Die meisten Aufträge in Erkrath
Das Komplettbad mit neuen Leitungen ist in Hochdahl der Normalfall. Häufig kommt eine bodengleiche Dusche anstelle der alten Wanne hinzu. Viele Eigentümer lassen im gleichen Zug ein Gäste-WC im Erdgeschoss erneuern.
In Wohnungen, die in den 1980ern entstanden, reicht oft eine Renovierung mit neuen Oberflächen und Objekten. Die Leitungen dieser Jahre sind meist noch in gutem Zustand. Ob das bei Ihnen gilt, sehen wir beim Aufmaß an der Absperrung.
Kosten für ein Bad in Erkrath
Die Zahlen sind brutto, Stand September 2026, Erfahrungswerte für Düsseldorf und Umgebung. Sie beziehen sich auf die Bodenfläche des Bads.
| Vorhaben | wo es in Erkrath passt | erfahrungsgemäß | Bauzeit |
|---|---|---|---|
| Komplettbad 6 m², solide, 1949–1978 | Reihenhaus in Trills oder Millrath | 15.600–23.300 € | 10–15 Arbeitstage |
| Komplettbad 8 m², solide, 1949–1978 | großes Bad im Einfamilienhaus | 17.800–26.900 € | 10–15 Arbeitstage |
| Badrenovierung 5 m², solide, ab 1979 | Wohnung der Achtziger, Leitungen bleiben | 10.800–16.100 € | 6–10 Arbeitstage |
| WC tauschen, wandhängend, mit Vorwand | nur das WC auf Vorwand umstellen | 1.400–2.800 € | 1–2 Arbeitstage |
| Waschtisch mit Unterschrank tauschen | Teilerneuerung | 900–2.500 € | 1 Arbeitstag |
Kleine Bäder kosten je Quadratmeter mehr, weil Objekte und Installation fast gleich viel kosten. Deshalb rechnet unser Kostenrechner mit einem festen Grundbetrag plus Fläche.
Die Baustelle im Reihenhaus und im Geschossbau
Im Reihenhaus ist die Treppe schmal und das Bad im Obergeschoss. Wir legen Schutz auf Stufen und Flur und tragen Schutt in Säcken nach unten. Ein Transporter vor der Tür reicht bei einem Bad dieser Größe oft aus. Mit den Nachbarn in der Reihe sprechen wir laute Tage vorher ab.
Hat der Geschossbau am Hochdahler Markt einen Aufzug, schützen wir die Kabine mit Platten und stimmen die Nutzung mit der Hausverwaltung ab. Für das Absperren am Strang vereinbaren wir ein Zeitfenster, damit die anderen Wohnungen nur kurz ohne Wasser sind.
Soll ein Container auf die Straße, braucht es dafür in der Regel eine Erlaubnis der Stadt Erkrath. Den Antrag übernehmen wir. Ob für den Umbau selbst eine Genehmigung fällig wird, erfragen wir vorab bei Stadt oder Kreis.
Wie die Arbeitstage aufeinander folgen
Der erste Schritt ist Ihr Anruf oder das Formular. Danach kommen wir zum kostenlosen Aufmaß und nehmen uns etwa eine Stunde Zeit für Maße, Leitungen, Fallrohr, Boden und Lüftung. Anschließend wählen Sie Fliesen, Objekte und Armaturen. Das Angebot kommt als Festpreis, getrennt nach Gewerken.
Die Bestellung von Fliesen und Objekten braucht nach der Zusage meist 4–8 Wochen Vorlauf. Auf der Baustelle läuft es dann so:
- Schutz von Treppe, Flur oder Aufzug, dann Rückbau von Fliesen und Objekten
- Stilllegen der alten Leitungen, Aufbau der Vorwand mit neuen Rohren
- Ausgleich des Bodens und Abdichtung nach DIN 18534
- Fliesen auf Vorwand, Wänden und Boden
- Elektro durch den Partnerbetrieb aus unserem Terminplan
- WC und Waschtisch an die Vorwand, Duschglas und Armaturen montieren, dann Silikon und Endreinigung
- Abnahme mit Ihnen und einem Protokoll
Das Komplettbad ist erfahrungsgemäß nach 10–15 Arbeitstagen fertig. Alle Gewerke laufen über einen Vertrag und einen Ansprechpartner, der die Reihenfolge hält.
Wofür Sie einen anderen Betrieb brauchen
Wir erneuern Bäder vollständig und nach Plan. Für folgende Aufgaben suchen Sie besser einen anderen Betrieb:
- Alle Steigleitungen eines Wohnblocks in Sandheide: Das ist eine Strangsanierung, die die Hausverwaltung für das ganze Haus vergibt.
- Wasserfleck an der Decke, Ursache unklar: Leckortung und Trocknung übernimmt ein Fachbetrieb, meist über die Versicherung.
- Asbestbefund im Kleber: Den Ausbau mit Freimessung erledigt ein Fachbetrieb nach TRGS 519, bevor wir weiterbauen.
Erkrath und die Nachbarstädte
Wir bauen in allen Teilen von Erkrath: in Alt-Erkrath an der Düssel, rund um den Hochdahler Markt, in Sandheide, Trills, Millrath, Willbeck und Kempen und bis zum Neandertal. Westlich liegt Düsseldorf mit Gerresheim, wo Werks- und Siedlungshäuser sehr kleine Bäder haben. Über Unterbach erreichen wir Eller mit seinen Wannennischen der Nachkriegszeit.
Südlich grenzt Hilden an, wo oft eine Teilsanierung genügt. Nach Südosten geht es nach Haan mit Fachwerk- und Schieferhäusern. Östlich liegt Mettmann, wo viele Bäder unter der Dachschräge sitzen.
Wo Sie tiefer einsteigen können
- Vorwand und wandhängendes WC: Aufbau, Höhe und was hinter der Verkleidung steckt.
- Bad auf heutigen Stand bringen: Unterputz, Licht, Lüfter und Heizkörper.
- Renovieren oder komplett sanieren: woran man erkennt, ob die Leitungen mit raus müssen.
- Eigentumswohnung und Gemeinschaft: was die Eigentümer beschließen müssen.
- Asbest in alten Bädern: Baujahre, Probe und die Pflichten des Auftraggebers.
Ihr Bad in Erkrath: der erste Schritt
Ob Ihre Leitungen hinter eine Vorwand passen, sehen wir in einer Stunde vor Ort. Telefonisch erreichen Sie uns unter 0231 989 43890, Mo–Fr 8–18 Uhr. Oder Sie schreiben uns über das Formular auf dieser Seite und nennen Ortsteil und Baujahr.
