Drei Quadratmeter, die Wanne quer und kein Platz zum Abtrocknen
Die Tür schlägt nach innen auf und stößt fast an das WC. Die Wanne steht quer unter dem Fenster, der Waschtisch hängt so dicht daneben, dass man sich beim Zähneputzen schräg stellt. Solche Bäder sind in Düsseldorf keine Ausnahme, sie sind der Normalfall in vielen Häusern der 1950er und 60er Jahre.
Die Bodenfläche liegt oft zwischen 3 und 5 m². Mehr wird daraus auch nach dem Umbau nicht, doch wie sich der Raum anfühlt, hängt kaum an der Fläche. Es hängt daran, wo die Tür aufschlägt, wie tief die Objekte in den Raum ragen und ob man in der Mitte einmal frei stehen kann.
Ein kleines Bad zu planen heißt deshalb vor allem, mit Zentimetern zu rechnen. Jeder Abschnitt dieser Seite geht von Maßen aus, weil sie am Ende entscheiden, ob ein Grundriss aufgeht.
Grundrisse, die auf 3 bis 5 m² aufgehen
Fast jedes kleine Bad lässt sich einem von vier Grundtypen zuordnen. Die Tabelle zeigt, was sich in jedem davon erfahrungsgemäß unterbringen lässt.
| Grundriss | Typische Innenmaße | Was meist hineinpasst |
|---|---|---|
| Schlauchbad, Tür an der Schmalseite | 1,20–1,60 m × 2,50–3,20 m | Dusche quer an der Stirnseite, WC und Waschtisch hintereinander an einer Längswand |
| Annähernd quadratisch | 1,80–2,20 m × 1,80–2,40 m | Dusche in einer Ecke, WC und Waschtisch über Eck, Mitte frei |
| Bad mit Dachschräge | Grundfläche 4–6 m², Kniestock 0,80–1,20 m | Dusche an die höchste Stelle, WC unter die Schräge, Waschtisch vor die Gaube |
| Nische mit Wanne | Wannennische 1,60–1,80 m × 0,70–0,80 m | Dusche in voller Nischenbreite, restlicher Raum unverändert |
Beim Schlauchbad lohnt der Blick auf die Stirnseite. Liegt dort das Fenster, bekommt die Dusche Tageslicht, und das WC wandert an die Längswand. Liegt dort das Fallrohr, ist die Stirnseite der natürliche Platz für das WC, weil der Abfluss dann kurz bleibt.
Im quadratischen Bad ist die Mitte der Gewinn. Wer die Objekte konsequent an die Wände rückt, bekommt eine freie Standfläche, in der man sich umziehen kann. Mit wandhängenden Objekten wirkt auch der Boden durchgehend.
Maße, mit denen ein kleines Bad rechnet
Die meisten Maße für Objekte im Bad sind keine Normpflicht, sondern übliche Handelsmaße und Richtwerte aus der Planungspraxis. Sie helfen, einen Grundriss vorab auf Papier zu prüfen.
| Bauteil | Üblicher Richtwert |
|---|---|
| Duschfläche, knapp | 80 × 80 cm |
| Duschfläche, bequem | 90 × 90 cm bis 90 × 120 cm |
| Wandhängendes WC, Ausladung ab Vorwand | in der Regel 48–56 cm, Kompaktmodelle ab etwa 48 cm |
| WC-Mitte bis Seitenwand | mindestens rund 40 cm |
| Handwaschbecken | 40–45 cm breit, 22–35 cm tief |
| Waschtisch im Hauptbad | 50–60 cm breit, Kompaktmodelle ab rund 35 cm Tiefe |
| Freie Fläche vor WC und Waschtisch | als Richtwert 70–75 cm Tiefe |
| Vorwand für WC und Waschtisch | meist 15–25 cm tief |
Für barrierefreie Bäder gelten nach Fachliteratur größere Werte aus DIN 18040-2, etwa 120 × 120 cm Bewegungsfläche vor den Objekten. Für ein privates Bad ist das ein Planungsmaß, keine Pflicht. Wer heute ein kleines Bad plant und in zehn Jahren darin alt werden möchte, sollte diese Fläche trotzdem einmal auf den Plan legen. Mehr dazu steht unter Mindestmaße im Bad.
Wanne oder Dusche, wenn der Platz knapp ist
Die Wanne braucht in der Regel 170 × 75 cm und ist damit das größte Objekt im Raum. Eine Dusche mit 90 × 90 cm belegt gut ein Drittel weniger Fläche und ist auf ganzer Länge begehbar. In vielen kleinen Bädern verändert dieser Tausch mehr als jede neue Fliese.
Wo Kinder baden oder die Wanne zum Alltag gehört, bleibt sie oft die richtige Wahl. Dann spielt eine Wanne mit breitem Duschbereich ihre Stärke aus, weil sie beides auf derselben Fläche kann. Die Vor- und Gegenrechnung steht ausführlich unter Badewanne oder Dusche.
Fällt die Entscheidung für die Dusche, ist eine flache oder bodengleiche Lösung im kleinen Bad besonders wirksam. Der Boden läuft ohne Kante durch, und der Raum liest sich als eine Fläche. Wie viel Aufbauhöhe dafür nötig ist, zeigen die Maße der bodengleichen Dusche.
Zentimeter, die sich zurückholen lassen
Nicht jede Idee bringt gleich viel. Diese Stellen haben sich in kleinen Bädern bewährt, weil sie echte Fläche oder echte Bewegungsfreiheit schaffen.
Die Vorwand als Stauraum
Eine Vorwand von 15 bis 25 cm Tiefe nimmt Spülkasten, Zu- und Abwasser auf. Oberhalb des Spülkastens bleibt eine Ablage, und seitlich lassen sich Nischen für Duschgel und Handtücher einbauen. So verschwinden Regale, die sonst in den Raum ragen.
Die Tür
Eine Tür, die nach innen aufschlägt, sperrt einen Viertelkreis von rund 70 cm Radius. Schlägt sie nach außen auf oder läuft sie als Schiebetür, bleibt dieser Bereich nutzbar. In Mietwohnungen und Eigentumswohnungen klären wir vorher, ob die Türzarge verändert werden darf.
Glas statt Vorhang
Eine feste Glaswand ohne Tür nimmt weniger Platz als eine Pendeltür, die frei schwingen muss. Bei rund 14 °dH Wasserhärte in Düsseldorf empfehlen wir Glas mit Beschichtung, damit Kalk schlechter haftet. Warum das hier mehr ausmacht als anderswo, steht unter Kalk im Bad.
Licht und Spiegel
Ein eingelassener Spiegelschrank spart die 15 cm Tiefe eines aufgesetzten Schranks. Licht an beiden Seiten des Spiegels macht den Raum heller als eine einzelne Deckenleuchte. Das setzt der Elektrofachbetrieb um, mit dem wir fest zusammenarbeiten, im selben Terminplan.
Waschmaschine hinter einer Blende
Wo die Waschmaschine ins Bad muss, passt sie oft unter eine durchgehende Waschtischplatte. Sie braucht rund 60 × 60 cm Fläche, einen Wasseranschluss und einen Ablauf mit Geruchsverschluss.
Das Schlauchbad im Nachkriegshaus
In Bilk, Oberbilk und der Friedrichstadt stehen viele Häuser aus den Jahren nach 1950. Ihre Bäder sind oft schmal, das Fenster geht zum Hof oder fehlt ganz, und die Leitungen liegen im Schlitz oder auf Putz. Die Fliesen reichen meist bis Türhöhe.
Liegt das Bad innen, führt ein gemeinsamer Schacht die Luft ab. Ohne Fenster verlangt § 43 Abs. 1 BauO NRW, dass die Lüftung des Raums wirksam funktioniert. Bei der Renovierung gehört der Lüfter deshalb in die Planung, nicht ans Ende. Einzelheiten stehen unter Lüftung im Bad.
Bei Bädern dieser Baujahre fragen wir vor dem Abbruch nach dem Baujahr und nach bekannten Schadstoffen. Das verlangt § 5a GefStoffV auch von Privathaushalten, weil ältere Fliesenkleber und Spachtelmassen Asbest enthalten können. Was daraus folgt, erklärt die Seite Asbest im Bad.
Wie das in einem Stadtteil konkret aussieht, zeigen die Seiten zur Badsanierung in Bilk und zur Badsanierung in Pempelfort. In Pempelfort kommt oft ein Altbau mit Holzbalkendecke dazu, und die Aufbauhöhe wird knapp.
Was ein kleines Bad kostet
Wir rechnen mit einem festen Grundbetrag je Umfang und einem Satz je Quadratmeter Bodenfläche. Der Grundbetrag deckt Objekte, Anschlüsse und Einrichtung der Baustelle. Deshalb ist ein kleines Bad je Quadratmeter teurer als ein großes, obwohl die Gesamtsumme niedriger liegt.
| Bodenfläche | Badrenovierung, Leitungen bleiben | Komplettbad, alles neu |
|---|---|---|
| 4 m² | 10.100–15.000 € | 13.400–19.700 € |
| 6 m² | 11.900–18.000 € | 15.600–23.300 € |
Beide Tabellenzeilen zeigen Bruttopreise aus unserer Erfahrung im Raum Düsseldorf, Stand September 2026. Gerechnet ist mit solider Markenware und einem Haus aus den Jahren 1949 bis 1978. Ein Bad mit 5 m² in einem Haus ab 1979 liegt als Badrenovierung erfahrungsgemäß bei 10.800 bis 16.100 €.
Wer nur die Wanne gegen eine Dusche tauscht, zahlt in der Regel 5.000 bis 9.500 € und braucht 3 bis 5 Arbeitstage. Ein wandhängendes WC mit neuem Vorwandelement liegt meist bei 1.400 bis 2.800 €. Die Werte für jede Bodenfläche rechnet der Kostenrechner aus.
Wie lange die Baustelle dauert
Eine Badrenovierung mit bestehenden Leitungen dauert in der Regel 6 bis 10 Arbeitstage. Bei einem Komplettbad mit neuen Leitungen sind es meist 10 bis 15 Arbeitstage. Die kleine Fläche verkürzt das weniger, als man hofft, weil Estrich, Abdichtung und Fliesen ihre Zeit brauchen.
In dieser Zeit ist das Bad nicht nutzbar. In Wohnungen mit nur einem Bad sprechen wir vorher ab, an welchen Tagen das WC abends wieder angeschlossen wird.
Wie wir kleine Bäder planen
Beim Aufmaß nehmen wir neben den Wänden auch Türaufschlag, Fensterbrüstung, Fallrohr und die Höhe des Bodenaufbaus auf. Daraus zeichnen wir zwei oder drei Varianten, die wirklich in den Raum passen. Sie sehen vorher, wo die Dusche liegt und wie viel Fläche frei bleibt.
Danach bekommen Sie einen Festpreis mit einer Aufstellung nach Gewerken. Sanitär und Vorwand bauen unsere Installateure, Fliesen und Abdichtung kommen aus derselben Hand, und für den Vertrag bleibt es bei einem Ansprechpartner.
Wenn Sie wissen möchten, was in Ihrem kleinen Bad möglich ist, rufen Sie uns an unter 0231 989 43890, Montag bis Freitag von 8 bis 18 Uhr. Oder Sie schicken uns ein paar Maße und Fotos über das Anfrageformular.
