Gerresheim, wo das Bad oft in einer Kammer wohnt
Das Haus hat zwei Etagen und einen Nutzgarten, die Treppe ist steil, und oben hinter der ersten Tür liegt ein Bad mit knapp drei Quadratmetern. Das Fenster ist klein, die Wanne kurz, und das Waschbecken hängt so nah am WC, dass die Knie anstoßen. Solche Bäder bauen wir in Gerresheim häufiger als irgendwo sonst im Stadtbezirk 7.
In den Werks- und Siedlungshäusern ist das Bad oft später angebaut oder in eine frühere Kammer gesetzt worden. Viel Fläche gewinnt man dort nicht. Man kann sie aber so nutzen, dass Dusche, WC und Waschtisch bequem Platz finden. Darum geht es auf dieser Seite, und dazu um den historischen Ortskern mit seinen eigenen Fragen.
Vier Haustypen, vier Bäder
Das Werkshaus der Glashütte. An der Heyestraße stehen Werkswohnungen der Glashütte, Reihenhäuser mit Nutzgärten. Das Bad liegt im Obergeschoss, ist sehr klein und hat dünne Wände. Die Leitungen stammen aus verschiedenen Jahrzehnten und führen vom Keller über zwei Geschosse nach oben.
Das Siedlungshaus der Zwanziger. Nördlich der Benderstraße liegen Reihenhaussiedlungen aus den frühen 1920er Jahren. Ihre Bäder ähneln denen der Werkshäuser, sind aber manchmal noch kleiner. Häufig ist die Balkendecke unter dem Bad knapp dimensioniert.
Die Meistersiedlung. Die Burghof- oder Meistersiedlung entstand 1904 bis 1906. Die Häuser sind etwas großzügiger, und ein Bad mit Fenster ist die Regel. Hier wünschen sich viele Eigentümer eine bodengleiche Dusche statt der alten Wanne.
Die Etagenwohnung der Nachkriegszeit. An der Torfbruchstraße prägt Geschosswohnungsbau nach 1945 das Bild. Das Bad ist schmal, die Decke massiv, und im Fliesenkleber kann Asbest stecken. Hier gelten Fragen der Hausverwaltung und des Vermieters.
Vom Frauenstift zur Glasmacherstadt
Gerresheim hat sich aus einem Frauenstift des 9. Jahrhunderts entwickelt und war bis 1909 eine eigene Stadt. Ab 1864 prägte die Gerresheimer Glashütte den Ort. Für ihre Arbeiter und Meister entstanden Werkswohnungen und Siedlungen, die bis heute das Straßenbild bestimmen. 2005 wurden die letzten Öfen stillgelegt.
Im Krieg blieb Gerresheim weitgehend unzerstört. Viele Menschen aus zerstörten Stadtteilen zogen danach hierher, und es entstand neuer Geschosswohnungsbau. So stehen heute Fachwerk am Gerricusplatz, Siedlungshäuser der Zwanziger und Mehrfamilienhäuser der Nachkriegszeit wenige Minuten auseinander.
Balken, dünne Wände und ein langer Leitungsweg
Wie viel die Balkendecke trägt
Unter dem Bad im Siedlungshaus liegt meist eine Holzbalkendecke mit knappen Querschnitten. Ein dicker Mörtelbett-Aufbau mit gemauerter Duschtasse bringt viel Gewicht auf wenige Balken. Wir arbeiten dort mit leichten Bauplatten und fertigen Duschelementen. Liegt ein Balkenkopf im Nassbereich, prüfen wir ihn beim Öffnen des Bodens.
Leitungen über zwei Geschosse
Im Reihenhaus kommt das Wasser im Keller an und muss durch Erdgeschoss und Treppenhaus nach oben. Das Abwasser nimmt denselben Weg zurück. In älteren Häusern ist diese Strecke oft ein Flickwerk aus Blei, verzinktem Stahl und Kupfer. Da Sie hier Eigentümer des ganzen Hauses sind, lässt sich alles in einem Zug erneuern.
Kleines Fenster, feuchte Luft
Die Fenster der kleinen Bäder sind oft nur ein schmaler Flügel. Im Winter reicht das Lüften nach dem Duschen selten, und in den Ecken bildet sich Schimmel. Ein Lüfter mit Feuchtefühler läuft nach, bis die Luft wieder trocken ist. Angeschlossen wird er vom Elektrofachbetrieb, der fest in unserem Terminplan steht.
Kalk aus der Leitung
Leitungswasser in Düsseldorf ist laut Stadtwerken mit etwa 14 °dH „hart“. In einem kleinen Bad fällt jede Kalkspur auf der Glaswand sofort ins Auge. Wir empfehlen beschichtetes Glas und eine Armatur, die sich mit einem Tuch abwischen lässt.
Kleine Bäder in Werks- und Siedlungshäusern
Hier liegt der Kern unserer Arbeit in Gerresheim. Ein Bad mit drei oder vier Quadratmetern, dünnen Wänden und einer schwachen Decke verlangt eine andere Planung als ein Bad im Neubau. Jeder Zentimeter wird verplant, bevor der erste Stein fällt.
Grundriss auf kleinster Fläche
Am besten funktioniert meist die Reihe: Dusche, WC und Waschtisch hintereinander an der Längswand. Die Tür schlägt nach außen oder wird zur Schiebetür, damit innen nichts im Weg steht. Ein wandhängendes WC spart Tiefe, und ein schmaler Waschtisch reicht zum Händewaschen und Zähneputzen. Wie weit Sie so kommen, zeigt die Seite zum kleinen Bad.
Den Wandaufbau prüfen
Innenwände in Werkshäusern sind häufig dünne Trennwände. Schwere Wandfliesen im Dickbett halten dort nicht dauerhaft. Wir stellen deshalb häufig eine Vorwand vor die alte Wand. Sie trägt Spülkasten, Waschtisch und Leitungen und bekommt oben eine Ablage.
Leitungen vom Keller bis unters Dach
Wer das Bad erneuert, sollte die Zuleitung nicht an der Badtür enden lassen. Unsere Installateure ziehen neue Leitungen vom Hausanschluss im Keller bis ins Obergeschoss. Dabei bekommt das Haus eine Absperrung für jedes Stockwerk. Auch das Abwasser bis zur Grundleitung sehen wir uns an.
Die Dusche auf leichtem Boden
Für eine ebenerdige Dusche braucht der Ablauf Einbauhöhe. Eine flache Duschrinne kommt mit 65–90 mm Einbauhöhe aus, der Aufbau von der Rohdecke bis Oberkante Fliese liegt dann bei 95–120 mm. Reicht auch das nicht, bleibt die aufgesetzte, extraflache Duschfläche mit 25–35 mm Einstieg. Sie braucht keinen Bodenaufbau und belastet die Balken kaum.
Was in Gerresheim meistens beauftragt wird
An erster Stelle steht das Komplettbad auf kleiner Fläche im Werks- oder Siedlungshaus. Dazu gehört fast immer die neue Leitung bis in den Keller. Viele Eigentümer lassen dabei gleich ein Gäste-WC im Erdgeschoss mit einplanen.
In den Nachkriegswohnungen der Torfbruchstraße kommt häufig die Dusche statt Wanne. In der Meistersiedlung geht es eher um die bodengleiche Dusche und ein ruhiges, helles Bad mit Fenster.
Was ein Gerresheimer Bad kostet
Alle Werte sind brutto, Stand September 2026, Erfahrungswerte für Düsseldorf und Umgebung. Grundlage ist die Bodenfläche des Bads.
| Vorhaben | typisch in Gerresheim | erfahrungsgemäß | Bauzeit |
|---|---|---|---|
| Komplettbad 4 m², solide, 1949–1978 | kleines Bad in der Nachkriegswohnung | 13.400–19.700 € | 10–15 Arbeitstage |
| Komplettbad 6 m², solide, 1949–1978 | Etagenwohnung Torfbruchstraße | 15.600–23.300 € | 10–15 Arbeitstage |
| Gäste-WC komplett, 1,5–3 m² | Erdgeschoss im Siedlungshaus | 6.500–12.000 € | 5–8 Arbeitstage |
| Dusche statt Badewanne | Nachkriegsbad mit Wanne quer | 5.000–9.500 € | 3–5 Arbeitstage |
| WC tauschen, wandhängend, mit Vorwand | Teilumbau im Werkshaus | 1.400–2.800 € | 1–2 Arbeitstage |
Die Siedlungen der Zwanziger und die Meistersiedlung stammen aus der Zeit vor 1948. Dort liegt der Anteil je Quadratmeter um den Faktor 1,08 höher. Wie sich das für Ihre Fläche auswirkt, zeigt der Rechner für Badkosten.
Baustelle zwischen Nutzgarten und Nachbarhaus
Im Reihenhaus teilt man sich die Wand mit dem Nachbarn. Stemmarbeiten kündigen wir deshalb vorher an, und laute Arbeiten legen wir in feste Zeitfenster. Die steile Treppe wird mit Platten geschützt, bevor der erste Sack Schutt nach unten geht.
Container sind bei einem kleinen Bad oft verzichtbar, weil der Schutt in einen Transporter passt. Steht der Container im eigenen Vorgarten, braucht es in der Regel keine Genehmigung der Stadt. Auf der Straße ist eine Sondernutzungserlaubnis nötig, die mindestens 95 € kostet. Ein Halteverbot für die Anlieferung kostet 35 € bei 14 Tagen Vorlauf, beide Anträge übernehmen wir.
Im Mehrfamilienhaus an der Torfbruchstraße informieren wir Hausverwaltung und Nachbarn vor dem Start. Das Wasser am Strang sperren wir nur nach Absprache und nur für einige Stunden ab.
Im Denkmalbereich am Gerricusplatz
Der historische Ortskern um den Gerricusplatz mit Fachwerkhäusern des 17. bis 19. Jahrhunderts ist einer der zehn Düsseldorfer Denkmalbereiche. Die Satzung schützt in der Regel das äußere Erscheinungsbild. Für das Bad heißt das: Neue Lüftungsauslässe in der Fassade oder ein anderes Fenster brauchen eine Abstimmung mit der Unteren Denkmalbehörde.
Bei einem Einzeldenkmal kann auch das Innere geschützt sein. Veränderungen daran brauchen eine Erlaubnis nach § 9 DSchG NRW. Das klären wir, bevor wir ein Angebot schreiben. Im Fachwerk achten wir außerdem darauf, dass Holz und Nassbereich durch eine eigene Wandschale getrennt bleiben.
So verläuft der Umbau
Nach dem ersten Gespräch am Telefon kommen wir zum kostenlosen Aufmaß. In etwa einer Stunde messen wir das Bad, verfolgen die Leitungen bis in den Keller und sehen uns Decke und Wände an. Danach suchen Sie Fliesen, Objekte und Armaturen aus.
Sie bekommen ein Festpreisangebot, in dem jedes Gewerk mit eigener Summe steht. Nach der Zusage vergehen meist 4–8 Wochen bis zum Start. Auf der Baustelle geht es dann so weiter:
- Schutz von Treppe und Räumen, Abbruch, Abtransport
- Neue Leitungen vom Keller bis ins Bad, Vorwand für WC und Waschtisch
- Ausgleich des Bodens, Abdichtung nach DIN 18534 im Nassbereich
- Fliesen auf den neuen Flächen
- Licht, Steckdosen und Lüfter durch den Elektrofachbetrieb
- Objekte und Armaturen, danach Silikonfugen und Reinigung
- Abnahme mit Ihnen und schriftliches Protokoll
Für ein Komplettbad sind das erfahrungsgemäß 10–15 Arbeitstage. Ein Vertrag, ein Ansprechpartner und ein gemeinsamer Plan für alle Gewerke halten die kurze Bauzeit ein.
Wofür Sie einen anderen Betrieb brauchen
Wir bauen Bäder in geplanten Blöcken. Für diese Fälle holen Sie sich besser einen spezialisierten Betrieb:
- Rohrbruch im Keller am Wochenende: Ein Installateur mit Notdienst und Bereitschaft ist schneller vor Ort.
- Wasserschaden in der Balkendecke: Leckortung und Trocknung laufen als Versicherungsfall bei einem Fachbetrieb dafür.
- Fachwerk außen reparieren: Das gehört zu einem Zimmerer oder Restaurator mit Erfahrung im Denkmal.
Einsatzgebiet rund um Gerresheim
Wir bauen in ganz Gerresheim: rund um den Gerricusplatz, an der Heyestraße, nördlich der Benderstraße, in der Burghofsiedlung, am Quellenbusch und an der Torfbruchstraße. Westlich grenzt Grafenberg an, wo in Wohnungen der Zwischenkriegszeit manchmal alte Fliesen und Terrazzo erhalten sind. Weiter stadteinwärts liegt Flingern, bekannt für alte Blei- und Gussleitungen.
Nach Osten geht es über die Stadtgrenze nach Erkrath mit der Neuen Stadt Hochdahl. Über Vennhausen erreichen wir im Süden Eller mit seinen Nachkriegsbädern.
Wo Sie tiefer einsteigen können
- Kleines Bad planen: Grundrisse für 3 bis 5 m² und was dort Platz findet.
- Gäste-WC nachrüsten: Handwaschbecken, Vorwand und Lüftung auf kleiner Fläche.
- WC mit Vorwand: warum ein wandhängendes WC im kleinen Bad Tiefe spart.
- Maße für die flache Dusche: Einbauhöhen von Rinne, Punkt und Wandablauf.
- Das Bad im alten Haus: Balken, Leitungen und Denkmalfragen.
Aufmaß in Gerresheim vereinbaren
Wie viel Bad in Ihre Kammer passt, zeigt sich beim Termin mit dem Zollstock. Unter 0231 989 43890 erreichen Sie uns Mo–Fr 8–18 Uhr. Außerhalb dieser Zeiten schreiben Sie uns über das Formular unten auf der Seite, und wir rufen am nächsten Werktag zurück.
