Was im Flingerner Bad hinter den Fliesen wartet
Die Wohnung liegt im dritten Stock eines Hauses um 1900. Das Bad ist irgendwann in eine frühere Kammer gewandert, und hinter dem Spülkasten verschwindet ein grau angelaufenes Rohr in der Wand. So beginnen viele unserer Termine in Flingern-Nord. Die Fliesen sind dabei selten das eigentliche Thema.
Wichtiger ist, was zwischen Zapfstelle und Steigstrang liegt und wie alt jedes Teilstück davon ist. Eine Badsanierung in Flingern bedeutet deshalb meist zweierlei: neue Oberflächen und Objekte, dazu frische Wasserleitungen bis zum Strang und ein genauer Blick auf das Fallrohr. In Flingern-Süd stehen mehr Nachkriegshäuser, in denen die Rohre jünger, die Bäder aber genauso eng sind. Gebaut wird bei uns in beiden Teilen, vom Hermannplatz bis zur Erkrather Straße.
Drei Bäder, wie wir sie zwischen Ackerstraße und Erkrather Straße antreffen
Das nachgerüstete Bad im Vorderhaus. In vielen Häusern dieser Baujahre teilten sich die Mieter ursprünglich ein WC auf dem Treppenabsatz oder im Hof. Das Bad kam später, häufig in eine Kammer neben der Küche. Die Leitungen wurden auf dem kürzesten Weg durch die Wand gezogen und danach mehrfach geflickt. Nicht selten liegen Anschlüsse aus drei oder vier Jahrzehnten direkt nebeneinander.
Die Wohnung im Hinterhaus. Zwischen Werkstätten und Höfen stehen Hinterhäuser, deren Bad oft kein Fenster hat oder nur ein kleines zum Lichtschacht. Die Wasserleitung legt einen langen Weg vom Keller zurück, bevor sie am Waschtisch ankommt. Hier ist die Lüftung genauso wichtig wie der Zustand der Rohre.
Der Lückenschluss aus den Fünfzigern. Wo nach dem Krieg eine Baulücke geschlossen wurde, steht heute ein Haus mit Massivdecke. Das Bad ist schmal, die Wanne steht quer an der Stirnseite, und die Fliesen reichen bis zur Türzarge. Die Leitungen sind meist aus verzinktem Stahl, und im Fliesenkleber kann Asbest stecken.
Vom Ziegelfeld zum Galerieviertel
Flingern wuchs mit der Industrialisierung. Ziegeleien, ein Gaswerk und Fabriken brauchten Arbeitskräfte, und für deren Familien entstanden einfache Mietshäuser mit kleinen Wohnungen. Ein eigenes Bad war beim Bau solcher Häuser häufig nicht vorgesehen. Flingern-Süd ist bis heute gewerblich geprägt, mit Hallen und Betrieben zwischen den Wohnblöcken.
Flingern-Nord hat sich in den vergangenen gut zwanzig Jahren stark gewandelt und gilt heute als Galerie- und Szeneviertel. Die Kiefernstraße wurde in den 1980ern durch Hausbesetzungen bundesweit bekannt. Mit dem Wandel wechseln viele Wohnungen den Eigentümer, und die neuen Eigentümer wollen das Bad auf heutigen Stand bringen. Das Haus darunter bleibt, wie es ist: Mauerwerk, Holzbalken und ein Leitungsnetz, das über hundert Jahre gewachsen ist.
Decke, Rohre, Schacht: was der Bestand vorgibt
Holzbalken unter dem alten Estrich
In den Häusern um 1900 liegt unter dem Bad meist eine Holzbalkendecke. Einen schweren gemauerten Duschboden trägt sie nur begrenzt. Wir planen deshalb leichte Aufbauten und sehen uns beim Öffnen die Balken im Nassbereich an. Abgedichtet wird nach DIN 18534. Die Aufbauhöhe bleibt knapp, weil Flurboden und Türschwelle die Oberkante vorgeben.
Der Weg vom Duschplatz zum Fallrohr
Das Fallrohr steht in vielen Flingerner Häusern im Bereich des Treppenhauses oder an der Küchenwand. Jeder Meter Abwasserleitung braucht 1–2 cm Gefälle. Liegt der Duschablauf drei Meter vom Fallrohr entfernt, fehlen im Boden schnell bis zu 6 cm Höhe. Das entscheidet mit, ob die Dusche bodengleich wird oder eine flache Duschfläche den Zweck erfüllt.
Luft für das Bad ohne Fenster
Bäder im Hinterhaus und in früheren Kammern haben oft kein Fenster. Für Kammerbäder ohne Fenster schreibt § 43 Abs. 1 BauO NRW eine wirksame Lüftung vor, und die bauen wir gleich mit ein. Den Lüfter mit Nachlauf schließt der Elektrofachbetrieb an, mit dem wir fest zusammenarbeiten. Wo ein alter Schacht vorhanden ist, prüfen wir vorher, ob er noch zieht.
Kalk an Glas und Armatur
Düsseldorfer Leitungswasser liegt laut Stadtwerken bei rund 14 °dH und damit im Härtebereich „hart“. Auf Glaswänden und Armaturen sieht man das nach wenigen Tagen. Wir setzen deshalb gern beschichtetes Glas und eine Duschrinne ein. Weniger Fugen im Duschboden heißen weniger Kalkränder beim Putzen.
Blei, Guss und verzinkter Stahl: die Leitungen bis zum Strang
Wer in einem Flingerner Vorkriegshaus das Bad öffnet, findet selten nur ein einziges Rohrmaterial. Neben verzinktem Stahl aus der Nachkriegszeit und Kupfer aus späteren Reparaturen können noch Teilstücke aus Blei liegen. Dazu kommt das Fallrohr aus Gusseisen, das oft so alt ist wie das Haus. Dieser Abschnitt ist der Grund, warum wir in Flingern beim Aufmaß länger im Keller stehen als anderswo.
Was die Trinkwasserverordnung verlangt
Bleileitungen mussten nach § 17 TrinkwV bis zum 12.01.2026 entfernt oder stillgelegt sein. Diese Frist ist abgelaufen. Der Grenzwert für Blei liegt bis zum 11.01.2028 bei 10 µg/l und sinkt am 12.01.2028 auf 5 µg/l. Die Pflicht trifft den Betreiber der Anlage, in einem Mietshaus also in der Regel den Eigentümer.
Blei von anderen Rohren unterscheiden
Bleirohre sind matt grau, weich und ohne Gewinde. Ihre Verbindungen sehen häufig wie kleine Wülste aus. Verzinkter Stahl ist härter, hat Gewinde an den Übergängen und rostet an den Muffen. Sicherheit gibt eine Wasserprobe aus dem Labor, am besten nach einer Nacht ohne Zapfen.
Warum wir bis zum Abzweig am Steigstrang erneuern
Tauscht man nur die Rohre im Bad, bleibt das alte Stück zwischen Absperrung und Strang in der Wand. Genau dort sitzen in Flingern oft die ältesten Teile. Wir erneuern die Zuleitung deshalb bis zum Abzweig am Steigstrang, wenn der Eigentümer zustimmt. Das erspart es, die neuen Fliesen in ein paar Jahren wieder zu öffnen.
Unsere Installateure verlegen dafür Mehrschichtverbundrohr oder Edelstahl, passend zum Bestand im Haus. Die Absperrung kommt an eine Stelle, die man später ohne Werkzeug erreicht. Vor dem Schließen der Wand drücken wir die neue Leitung ab und halten das Ergebnis fest.
Das Fallrohr aus Guss
Ein rostendes Gussfallrohr gehört meist zum Strang des ganzen Hauses. Die Anschlussleitungen von WC, Dusche und Waschtisch erneuern wir bis zum Fallrohr und setzen dort einen passenden Übergang. Der Austausch über alle Geschosse ist eine Strangsanierung und damit ein eigener Auftrag der Hausverwaltung.
Wer entscheidet mit
In der Eigentumswohnung sind Steigleitungen und Fallrohr in der Regel Gemeinschaftseigentum. Bauliche Veränderungen daran brauchen einen Beschluss der Eigentümer (§ 20 WEG). Als Mieter brauchen Sie für einen Umbau die Erlaubnis des Vermieters. Plant umgekehrt der Vermieter eine Modernisierung, muss er sie drei Monate vorher in Textform ankündigen (§ 555c BGB).
Was in Flingern am häufigsten auf dem Auftrag steht
Am meisten bauen wir hier das Komplettbad mit neuen Leitungen. Der Grund ist das Alter der Rohre, nicht der Geschmack. Wer die Wand ohnehin öffnet, will darin keine Leitung mehr haben, die älter ist als die Großeltern.
An zweiter Stelle steht die Dusche statt Wanne im Nachkriegsbad. Die quer stehende Wanne kommt raus, die Dusche nimmt die volle Raumbreite ein, und das Bad wirkt plötzlich doppelt so groß. Vermieter beauftragen außerdem die Renovierung zwischen zwei Mietverhältnissen, wenn Leitungen und Abdichtung schon in Ordnung sind.
Was ein Bad in Flingern kostet
Die Werte sind brutto, Stand September 2026, und Erfahrungswerte für Düsseldorf. Bezugsgröße ist die Bodenfläche des Bads.
| Vorhaben | typischer Fall in Flingern | erfahrungsgemäß | Bauzeit |
|---|---|---|---|
| Komplettbad 4 m², solide, 1949–1978 | enges Bad im Lückenschluss | 13.400–19.700 € | 10–15 Arbeitstage |
| Komplettbad 6 m², solide, 1949–1978 | Bad mit Wanne an der Stirnseite | 15.600–23.300 € | 10–15 Arbeitstage |
| Komplettbad 8 m², gehoben, Altbau bis 1948 | Altbauwohnung in Flingern-Nord | 19.900–30.400 € | 10–15 Arbeitstage |
| Badrenovierung 5 m², solide, ab 1979 | jüngeres Haus, Leitungen bleiben | 10.800–16.100 € | 6–10 Arbeitstage |
| Dusche statt Badewanne | Wanne raus, Dusche in voller Breite | 5.000–9.500 € | 3–5 Arbeitstage |
Ein kleines Bad kostet je Quadratmeter mehr als ein großes. Objekte und Installation fallen fast gleich aus, egal ob der Raum 4 oder 8 m² misst. Im Haus bis 1948 liegt der Anteil je Quadratmeter um den Faktor 1,08 höher. Ihre eigene Fläche können Sie im Kostenrechner für Düsseldorf durchspielen.
Treppenhaus, Hof und Halteverbot
Aufzüge sind in den Flingerner Altbauten die Ausnahme. Alles geht über das Treppenhaus: Schutt nach unten, Estrich, Fliesen und Objekte nach oben. Wir legen Stufen und Handlauf vor dem ersten Schlag aus und nehmen den Schutz erst nach der Endreinigung wieder ab.
Parkplätze sind in Flingern-Nord knapp. Für die Anlieferung beantragen wir ein Halteverbot, das bei 14 Tagen Vorlauf 35 € kostet. Ein Container auf der Straße braucht eine Sondernutzungserlaubnis mit einer Mindestgebühr von 95 €, auch diesen Antrag stellen wir. Bei engen Straßen fahren wir den Schutt lieber in Säcken ab.
Wer vorab selbst Keller oder Abstellraum leert, kann als Privathaushalt Kleinmengen am AWISTA-Recyclinghof in Flingern abgeben. Bis 300 l gemischter Bauabfall kosten dort 15 €. Die Hausverwaltung informieren wir mit dem Terminplan, die Nachbarn mit einem Aushang.
Vom ersten Anruf bis zur Abnahme
Zuerst kommen wir zum kostenlosen Aufmaß, das etwa eine Stunde dauert. Wir messen den Raum, suchen Fallrohr und Absperrung, klopfen den Boden ab und sehen uns die Lüftung an. Danach wählen Sie Fliesen, Objekte und Armaturen aus. Das Festpreisangebot schlüsselt jeden Posten nach Gewerk auf.
Zwischen Auftrag und Baubeginn liegen meist 4–8 Wochen für Planung und Bestellung. Auf der Baustelle selbst gilt diese Reihenfolge:
- Schutz von Treppenhaus und Wohnung, dann Abbruch und Entsorgung
- Rohinstallation mit neuer Zuleitung bis zum Strang, Vorwand für WC und Waschtisch
- Estrich oder Ausgleich, danach die Abdichtung nach DIN 18534
- Fliesen an Wand und Boden
- Elektroarbeiten durch den Elektrofachbetrieb aus unserem Terminplan
- Montage von WC, Waschtisch, Dusche und Armaturen, danach Silikon und Reinigung
- Gemeinsame Abnahme mit Protokoll
Ein Flingerner Komplettbad steht so erfahrungsgemäß nach 10–15 Arbeitstagen fertig da. Zementestrich braucht je nach Dicke mehrere Tage zum Trocknen. Drängt die Zeit, planen wir Schnellestrich ein.
Sie haben dabei einen Ansprechpartner. Er kennt jeden Handgriff im Plan und ruft Sie an, falls hinter einer Wand etwas Unerwartetes auftaucht.
Wofür Sie einen anderen Betrieb brauchen
Unsere Stärke ist das geplante Bad in einem festen Zeitblock. Für manches in einem Flingerner Altbau ist ein anderer Betrieb die richtige Adresse:
- Wasser tropft am Sonntag durch die Decke: Das ist ein Fall für den Notdienst eines Installateurs mit Bereitschaft.
- Der ganze Strang soll neu, vom Keller bis unters Dach: Das beauftragt die Hausverwaltung als Strangsanierung für alle Wohnungen.
- Asbest ist bestätigt: Den Ausbau übernimmt ein Fachbetrieb nach TRGS 519 mit Freimessung, danach geht es bei uns weiter.
Flingern und die Viertel ringsum
Unsere Installateure fahren durch ganz Flingern, von der Lindenstraße und der Birkenstraße im Norden bis zu den Wohnblöcken zwischen den Gewerbehallen im Süden. Nördlich schließt Düsseltal mit dem Zooviertel an, wo größere Altbauwohnungen Platz für ein Familienbad lassen. Im Westen liegt Pempelfort mit langen, schmalen Altbaubädern.
Ostwärts geht es entlang der Grafenberger Allee nach Grafenberg, wo in Wohnungen der Zwischenkriegszeit manchmal noch alte Fliesen hängen. Hinter Grafenberg folgt Gerresheim mit seinen kleinen Siedlungshäusern. Südlich der Bahn beginnt Oberbilk mit dichter Blockbebauung.
Wo Sie tiefer einsteigen können
- Leitungen und Anschlüsse im Bad: was unsere Installateure verlegen und wie sie alte Rohre erkennen.
- Bäder in Häusern bis 1918: Holzbalkendecke, Aufbauhöhe und der Weg zum Fallrohr.
- Kosten nach Quadratmetern: der Rechner mit Baujahr und Ausstattung.
- Asbest in Kleber und Spachtel: welche Baujahre betroffen sind und was Sie vorab mitteilen.
- Umbau als Mieter: Erlaubnis, Ankündigung und wer was zahlt.
Termin in Flingern ausmachen
Am schnellsten klären wir die Leitungsfrage vor Ort. Rufen Sie uns an unter 0231 989 43890, Mo–Fr 8–18 Uhr, und nennen Sie uns das Baujahr des Hauses. Lieber schriftlich? Dann nutzen Sie das Formular unten auf der Seite, wir melden uns mit einem Terminvorschlag für das Aufmaß.
